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Gastronomen geteilter / Amtsstuben bereits jetzt weitgehend rauchfrei

Raucher raus aus Restaurants?

Landkreis (cst). Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Verbesserung des Nichtraucherschutzes spaltet die Schaumburger Gastronomen. Durch das vorgesehene Rauchverbot in Speisegaststätten befürchten etliche Restaurantbetreiber das Fernbleiben der rauchenden Gäste. Aus den Fluren und Büros der Ämter und Behörden ist der blaue Qualm bereits weitgehend verbannt.

veröffentlicht am 07.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

Gespalten sehen die Schaumburger Gastronomen dem Bundesgesetz zum Nichtraucherschutz entgegen. Götz Knauer vom Stadthäger Torschreiberhaus freut sich, sollte der Entwurf Gesetz werden. Er sieht ein Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen des Bundes, der Länder und Kommunen ebenso vor wie in solchen des ÖPNV und in Speisegaststätten. Froh zeigt sich Knauer, "wenn uns die Regierung den schwarzen Peter abnimmt". Denn bislang sei das Torschreiberhaus zweigeteilt: in einen Raucher- und einen Nichtraucherbereich. Viele seiner Gäste seien militante Nichtraucher. Die Betreiberin des Schwarzen Adlers in Stadthagen, Veronika-Yvonne Perkovic, sieht das ganz anders. Sie regt sich auf, dass die Regierung die Gäste nötigen will, auf Zigaretten zu verzichten. Die Gastronomin befürchtet, dass sie Gäste, vor allem am Tresen, verlieren wird, sollte das Gesetz kommen. Der nächste Schritt nach dem geplanten Bann des blauen Dunstes könnte die Ächtung des Alkohols sein, befürchtet Perkovic. DeHoGa-Kreissprecher Friedrich Probst begrüßt Raucherzonen in Restaurants. Der Raucher sollte die Freiheit haben, dort zu rauchen. Rücksicht auf die nichtrauchenden Gäste solle aber genommen werden. Probst sprach sich daher gegen ein generelles Rauchverbot in Speisegaststätten aus. Aus den Büros öffentlicher Einrichtungen im Schaumburger Land ist der blaue Dunst bereits weitgehend verbannt. So auch in der Verwaltung der Kreisstadt. Dort sei kollegiale Rücksicht angesagt, wenn es um das Rauchen in den Büros gehe, berichtet Stadthagens Hauptamtsleiter Fritz Wehling. Bislang sei das Rauchen am städtischen Arbeitsplatz in Grenzen möglich - ein Verbot existier laut Wehling nicht. Wer allein in einem Büro sitzt, könne selbst entscheiden, ob er rauche oder nicht. Wenn aber ein Nichtraucher dazukommt, sei Rücksicht gefragt. In den Verwaltungen der sieben Samtgemeinden wird das Thema Nichtraucherschutz unterschiedlich angegangen. In Nenndorf berichtete der dortige Bürgermeister Bernd Reese, dass er noch kein Problem mit dem blauen Dunst gehabt habe. Er sehe noch keinen Regelungsbedarf. Günther Wehrhahn, Leiter der inneren Verwaltung in Rodenberg, meldet ein generelles Rauchverbot in den Büros und den Bereichen mit Publikumsverkehr - mit wenigen Ausnahmen. Mitarbeiter, die doch zum Glimmstängel greifen wollen, stehe ein Raum dafür zur Verfügung. Die Agentur für Arbeit ist da schon einen Schritt weiter und hat Pläne zur Umsetzung des künftigen Bundesgesetzes bereits in der Schublade. "Es wird dann ein generelles Rauchverbot auf dem Gelände geben", kündigt Arbeitsagentur-Pressesprecher Rudolf Wolff für Hameln und alle Außenstellen an. Es würden drinnen und draußen Rauchmöglichkeiten geschaffen, so dass kein Nichtraucher durch den Rauch gefährdet werden könne.




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