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Großes Sängeraufgebot in der Stadtkirche

Reformationskantate wird zum Höhepunkt

Bückeburg. Etwas Besonderes ereignete sich im Zuge des 450. Reformationsjubiläums in der bis auf den letzten Platz besetzten Stadtkirche: Die Aufführung von Johann Sebastian Bachs Reformationskantate „Ein feste Burg ist unser Gott“.

veröffentlicht am 24.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 04:21 Uhr

Autor:

Dietlind Beinssen

Auf hörenswerte Weise nahm sich neben der Kantorei das Barockorchester „L’Arco“ aus Hannover des inhaltsvollen Werkes an. Zudem sorgten Sopranistin Sarah Davidovic, Altistin Sarah Ferede, Tenor Simon Bode und Bass Daniel Eggert für Wohlklang. Wann genau Bach den nur 30 Minuten dauernden Opus aus dem alten Weimarer Material kreiert hat, steht nicht fest. Als gewiss gilt, dass der Komponist Luthers bekannten vierstrophigen Choral vollständig in seine Kantate einbezog. Sätze, die nicht auf den Choralstufen beruhen, stammen von Salomon Franck, dem Lieferanten der meisten Weimarer Bachkantaten.

Im Gegensatz zur nur wenige Jahre älteren Kantate BWV 79 überrascht die verhältnismäßig bescheidene Instrumentalbesetzung: „Nur“ drei Oboen treten zu den Streichern und der Continuo-Gruppe hinzu. Der prächtige Eingangschoral soll vom Notenarrangeur erst einige Jahre nach Fertigstellung der „Reformationsfassung“ ausgetüftelt worden sein. Sicher scheint, dass die Kantate zu den populärsten geistlichen Schöpfungen des Meisters zählt und als erste überhaupt 1821 in der Fassung von Wilhelm Friedemann Bach im Druck erschienen ist.

Von Siebelt Meier zielstrebig zur künstlerisch-geistigen Durchdringung der Strukturen angeregt, bewältigte die gut instruierte Kantorei ihre vielfältigen Aufgaben mit gewohntem Einsatz. Das kleine – aber hier doppelt wirksame – Kammerorchester gab den Choristen kompetente Unterstützung, außerdem wussten die Instrumental-Solisten zu gefallen.

Darüber hinaus erlebten die Anwesenden den geschmeidigen Sopran von Sarah Davidovic, Simon Bodes ansprechenden Tenor, Daniel Eggerts gut timbrierten Bass und Sarah Feredes tragenden Alt. Dass die Darbietung auf große Resonanz gestoßen war, bewies der lange, starke Beifall, der sich in einen Begrüßungsapplaus für die Referentin Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann verwandelte.




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