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Postfiliale in Niedernwöhren schließt Ende März / Verwaltung: Das ist leider der Lauf der Zeit

„Registrieren mangelnde Kundenfrequenz“

Niedernwöhren (ssr). Die Poststelle in Niedernwöhren wird Ende März dichtgemacht. Entsprechende Informationen unserer Zeitung hat ein Sprecher der Deutschen Post AG bestätigt.

veröffentlicht am 14.02.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 00:22 Uhr

Die Post hatte ihre Präsenz in Niedernwöhren seit Längerem ohnehin zeitlich schon sehr ausgedünnt. Im Bürogebäude einer früheren Tankstelle an der Hauptstraße ist die kleine Postfiliale werktags jeweils eine Stunde geöffnet.

Die Nachfrage während dieser einen Stunde täglich sei aber zunehmend „sehr gering“, berichtete Martin Grundler von der Pressestelle der Deutschen Post: „Wir registrieren an diesem Standort mangelnde Kundenfrequenz.“

An einer Schließung führe daher betriebswirtschaftlich kein Weg vorbei, so Grundler. Der Pressesprecher kündigte an, von April an werde es in Niedernwöhren einen „mobilen Post-Service“ geben. Der Postbote könne dabei an der Haustür für diverse Postdienstleistungen in Anspruch genommen werden. Über diese Angebotspalette würden die Bürger von der Post rechtzeitig informiert, teilte Grundler mit.

Die nächstgelegene Postfiliale wird für Niedernwöhrener ab April in der Gärtnerei Lehnert in Meerbeck sein. Diese liegt rund 1100 Meter vom jetzigen Poststandort in Niedernwöhren entfernt und hat werktags von 8 bis 18 Uhr und sonnabends von 8 bis 13 Uhr geöffnet.

„Schön ist es nicht, dass die Post den Ort verlässt“, sagte der Niedernwöhrener Bürgermeister Thomas Bachmann (SPD) auf Anfrage. Man müsse die Dinge aber nüchtern sehen, fügte er hinzu. Als direkter Nachbar der jetzigen Poststelle wisse er aus eigenem Augenschein, „dass da kaum einer hingeht“. Im Verwaltungsausschuss sei die Nachricht denn auch nur zur Kenntnis genommen worden.

„Es ist zwar bedauerlich, aber es ist leider der Lauf der Zeit“, kommentierte der stellvertretende Gemeindedirektor Sebastian Kühn. Er könne die betriebswirtschaftliche Überlegung der Post durchaus nachvollziehen.

„Bedauerlich vor allem für ältere, nicht so mobile Bürger“ findet Jürgen Weh, SPD-Fraktionschef im Gemeinderat, den Abgang der Post. Aber: „Wir sind Realisten. Dieser Trend ist nicht aufzuhalten, wir werden nicht wie Don Quichotte sinnlos gegen Windmühlenflügel kämpfen.“ Man müsse die Schließung wohl „murrend hinnehmen“.

Noch weniger kritisch sieht CDU-Fraktionschef Friedrich Wilharm das Aus. Die derzeit einstündige Öffnungszeit sei „doch sowieso ein Witz“, sagte er. Viel wichtiger sei die Forderung an die Post, „die gute Filiale mit langen Öffnungszeiten in Meerbeck langfristig zu sichern“. Wenn die Niedernwöhrener in postalischen Dingen diese Filiale in der Gärtnerei Lehnert oft nutzen würden, „dann können sie zur Absicherung dieses relativ ortsnahen Angebots beitragen“.

Wird Ende März dichtgemacht: die winzige Poststelle an der Hauptstraße in Niedernwöhren. Foto: rg




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