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Vor Gericht: Tina W. bleibt auch zweiter Verhandlung fern / Staatsanwalt legt mit neuer Anklage nach

„Reichsaußenministerin“ fehlt erneut

Bückeburg (rd). Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat Tina W. eine Verabredung mit der Strafjustiz platzen lassen. Weder die selbst ernannte „Außenministerin der Regierung Deutsches Reich“ noch ihr Anwalt erschien zur Berufungsverhandlung vor dem Bückeburger Landgericht.

veröffentlicht am 30.04.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 15:41 Uhr

Daher bleibt es bei 585 Euro Geldstrafe, die das Amtsgericht im Februar verhängt hatte. Verurteilt wurde die Bückeburgerin wegen mehrerer Taten. So hatte sie im September 2010 hinterm Steuer gesessen, obwohl ihr die Fahrerlaubnis bereits ein Jahr zuvor entzogen worden war. Wenige Tage später waren am Auto der 31-Jährigen Fantasie-Kennzeichen aus eigener Herstellung aufgefallen, die auf den ersten Blick an Nummernschilder von Diplomaten erinnern, jedoch beim besten Willen nicht als amtlich durchgehen. Tina W. sieht sich als „Reichsdiplomatin“.

Zum ersten Prozess vor dem Amtsgericht war Tina W. nicht erschienen, obwohl sie zuvor Einspruch gegen einen Strafbefehl eingelegt hatte. Der Einspruch wurde daraufhin ohne Verhandlung verworfen. Gegen dieses Prozedere richtete sich jetzt die Berufung der „Ministerin“, eingelegt beim Landgericht. Wiederum herrschte auf dem reservierten Platz jedoch gähnende Leere, als es zur Verhandlung kommen sollte. Tina W. kann noch Wiedereinsetzung beantragen.

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft wegen eines weiteren Vorfalls Anklage erhoben. Zur Last gelegt werden W. Fahren ohne Fahrerlaubnis, Gefährdung des Straßenverkehrs sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, wie die Behörde bestätigt. Verhandelt würde vor dem Amtsgericht. Es geht um eine Verfolgungsjagd mit der Polizei, welche sich die Frau am Steuer Ende Oktober geleistet hat. Begonnen hatte die wilde Hatz auf der B 65, wo die Flüchtende versucht haben soll, einer Kontrolle zu entkommen. Still standen die Räder erst vor einer Ampel auf der B 482 in Porta-Neesen, nicht weit von McDonald’s. Dort schlug ein Beamter die Seitenscheibe ein und zog Tina W. aus dem Wagen. Die Gründerin der „Selbstverwaltung Deutsches Reich“ selbst beurteilte die Sache hernach etwas anders: Sie sah sich als Opfer eines „Überfalls auf die Reichsdeutschen“, verübt von der Polizei.




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