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Volles Haus bei der Benefiz-Gala der Hofreitschule: 5000 Euro für die Erdbebenopfer in Haiti

Reitkunst, Nervenstärke und „verrückte“ Hunde

Bückeburg (wk). Unter dem Motto „Die Welt hilft Haiti“ hat die Fürstliche Hofreitschule eine Benefiz-Gala im historischen Reithaus ausgerichtet, um Geld für das von einem Erdbeben zerstörte Land zu sammeln. Und damit die Besucher am Sonntag bereitwillig ihre Geldbörsen zückten, hatten sich Hofreitmeister Wolfgang Krischke und sein Team bei der Ausgestaltung des Programms ordentlich ins Zeug gelegt.

veröffentlicht am 01.02.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 04:21 Uhr

So zeigten die in prächtige Kostüme gekleideten Barockreiter einen breiten Querschnitt durch die Galashows der vergangenen Jahre – quasi ein „Best of“: angefangen vom „Bild“ des mongolischen Steppenreiters, der mit seinem abgerichteten Greifvogel zur Jagd reitet, über etwa ein an das englische Musical „Mary Poppins“ angelehntes „Damensattel Pas de deux“ (bei dem die beiden Reiterinnen als besondere Schwierigkeit den Zügel in der einen und einen Sonnenschirm in der anderen Hand hielten) bis hin zur „spanisch“ arrangierten Disziplin „Schulen über der Erde“ mit Pferden, die aus dem Stand heraus beachtliche Luftsprünge vollzogen.

Beeindruckend waren außerdem die Vorführungen einer Abordnung der Reiterstaffel der Polizei Hannover, die mit drei Dienstpferden angerückt war und einen kleinen Einblick in die Ausbildung ihrer Tiere gab. „Ohne Vertrauen kann man gar nichts machen“, erklärte deren Leiter Norbert Rabe. Nur wenn diese Voraussetzung gegeben sei, könne man die Pferde nach und nach („vom Leichten zum Schweren“) fit für den mitunter harten Polizeieinsatz machen. Wie nervenstark die Pferde dadurch werden, konnten die Besucher der Gala dann mit eigenen Augen erleben: Ganz gleich, ob Rabe mit bunten, laut flatternden Fahnen vor ihnen herumfuchtelte oder mit scheppernden Blechdosen Lärm machte – die Tiere zeigten sich davon völlig unbeeindruckt. Ohne Scheu marschierten sie zudem durch eine meterlange Papierbahn hindurch, die ein von Demonstranten in den Weg gehaltenes Transparent symbolisieren sollte. Das dienstälteste der drei Pferde schreckte dabei sogar vor dem Durchbrechen einer gut zwei Meter hohen Papierfläche nicht zurück. „Nicht so laut, meine Pferde sind das nicht gewöhnt“, flachste der Reiterstaffelleiter angesichts des begeisterten Applauses der Zuschauer.

Komplettiert wurde das Programm der Benefiz-Gala von dem Sänger „Rouven Tyler“ alias André Rimkus, der mit seiner wohlklingenden Stimme unter anderem den Michael-Jackson-Klassiker „We are the world“ („Wir sind die Welt“) intonierte. Für eine spaßige Show-Einlage sorgten zudem zwei kleine Terrier, die wie verrückt hinter einem Luftballon herjagten und diesen köpfenderweise ins „Tor“ bugsierten, sowie der einen Fußball mit der Schnauze vor sich her „dribbelnde“ Hund von Peter Spielmann.

Es sei ihm und seinem Team eine echte Herzensangelegenheit, den von der Katastrophe betroffenen Menschen auf diese Weise zu helfen, erläuterte Wolfgang Krischke die Idee zu dieser Aktion. Zusätzlich zu den gesamten Einnahmen vom Sonntagabend stelle die Hofreitschule auch die Marstall-Einnahmen der vergangenen Woche zur Verfügung. Insgesamt konnte Christin Krischke, die Direktorin der Fürstlichen Hofreitschule, den Besuchern zum Ende der Gala eine stattliche Spendensumme von insgesamt 4935 Euro verkünden, die der unter der Schirmherrschaft von Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe stehenden Organisation „Interhelp – Deutsche Gesellschaft für Internationale Hilfe“, übergeben wird. „Damit steht die Schule in Haiti“, freute sie sich mit Blick auf die angedachte Verwendung des Geldes.

Die Benefiz-Veranstaltung zugunsten der Erdbeben-Opfer in Haiti müsse man einfach unterstützen, verriet Hagen Jung, der extra aus Dörverden angereist war, um sich die Vorführungen („Das ist was fürs Herz“) anzusehen und seinen Obolus in die Spendenkasse einzuzahlen. „Das hat mir super gefallen“, zeigte sich auch Antje Traub aus Porta Westfalica begeistert. Die Idee, die Spendensammlung mit einer solchen Gala zu verknüpfen sei zudem toll, weil man sich mit dem Geld spenden etwas leichter tut, wenn man auch etwas dafür geboten bekommt.




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