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"Abstimmung mit Füßen hält unvermindert an" / Gymnasialanteil hält sich auf hohem Niveau

Rekordtief bei Anmeldung für Hauptschulen

Landkreis (ssr). Der Ansturm auf die Gymnasien setzt sich ungebremst fort, die Anmeldezahl für die Hauptschulen hingegen sinkt auf ein Rekordtief. Das sind die Kernaussagen, die sich aus der landkreisweiten Statistik der Schülerströme für den fünften Jahrgang im kommenden Schuljahr (2008/09) ergeben.

veröffentlicht am 22.07.2008 um 00:00 Uhr

"Die Abstimmung mit den Füßen gegen die Hauptschule hält unvermindert an", interpretierte Schaumburgs Kreisschuldezernentin Eva Burdorf auf Anfrage die historisch niedrigste Anmeldequote von 9,4 Prozent für diese Schulform. Mit einem Anteil von 53,2 Prozent verbuchen die Gymnasien in Schaumburg weiter mit Abstand den Löwenanteil der Neuzugänge, während sich die Realschulen mit 30,4 Prozent relativ stabil zeigen (langfristiger Trend: siehe Grafik). Trotz der in den vergangenen Jahren vorgenommenen Erweiterungsbauten an mehreren Gymnasien bleibt die räumliche Situation an diesen nach Auskunft von Schulamtsleiter Friedrich-Wilhelm Dehne angesichts des anhaltenden Ansturms "vorerst noch angespannt". In Bad Nenndorf und in Bückeburg werde weiter mit Außenstellen operiert. Erst mit dem deutlichen allgemeinen Absinken der Schülerzahlen ab dem Jahr 2011 (siehe Kasten und Grafik) werde sich "Entspannung einstellen". Trotz der teils minimalen Anmeldezahlen wird auch im kommenden Schuljahr an jeder Hauptschule zumindest eine fünfte Klasse gebildet werden können. In Helpsen sind nur 14 Fünftklässler für die Hauptschule gemeldet worden, in Lindhorst gerade mal 13. Bei einem weiteren Absinken käme theoretisch als Option klassenübergreifender Unterricht - also das Zusammenlegen zweier Jahrgangsstufen - infrage, wie Burdorf verdeutlichte. Doch ist für das übernächste Schuljahr (2009/10) aufgrund der zu erwartenden Einrichtung von landkreisweit drei Gesamtschulen ohnehin eine dramatische Veränderung der Schülerströme zu erwarten. Sollten die Anmeldungen im kommenden Frühjahr auch nur in etwa das Ergebnis der Elternbefragung vom April 2008 widerspiegeln, wonach 27 Prozent eines Jahrgangs die IGS wählen würden, wird die Schullandschaft erheblich durcheinander geschüttelt - insbesondere was die Zahl der Haupt- und Realschulen betrifft. Um sich dafür zu wappnen, wird das Kreisschulamt "unmittelbar nach der Sommerpause", so Dehne, mit den Planungen starten - die noch ausstehende Genehmigung der drei neuen Integrierten Gesamtschulen durch das Kultusministerium vorausgesetzt. Dabei geht es insbesondere um die Festlegung von Schuleinzugsbezirken für die Gesamtschulen. Das wiede rum hat direkte Auswirkungen auf Zahl und Standort der verbleibenden Haupt- und Realschulen.Über diese Schulentwicklungsplanung wird es eine politische Entscheidung im Kreistag geben. Da die Sommerferien im kommenden Jahr sehr früh, nämlich schon Mitte Juni, beginnen, muss das Anmeldeverfahren nach den Worten Dehnes bis spätestens Ende Mai gelaufen sein.




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