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Vor Gericht: Wucherverfahren gegen 40-Jährigen eingestellt / 2650 Euro in bar sofort zurück

Rentner bezahltüberteuerte Dachsanierung

Rinteln (maf). Dreieinhalb Jahre nach einerüberteuerten und teilweise nicht fachgerecht ausgeführten Dachsanierung am Haus eines Rentners (74) ist das Wucherverfahren gegen einen heute 40-jährigen Selbstständigen eingestellt worden.

veröffentlicht am 01.10.2008 um 00:00 Uhr

Der Angeklagte hatte von seinen Leuten verschiedene Arbeiten am Hausdach des Rentners ausführen lassen und dafür insgesamt 11 000 Euro verlangt, die der Rintelner auch zahlte. Es begann im März 2005, der Rentner kam gerade vom Einkaufen nach Hause, als ein Unbekannter hinter ihm stand. Der Mann erklärte dem Rentner wortreich, am Dach seines Hauses müsse eine Menge repariert werden. Er würde das auch günstig machen. Einige Stunden später kam der Mann noch einmal vorbei und präsentierte dem Rintelner eine Mappe mit Sanierungsvorschlägen. Der alte Mann wollte sich dasüberlegen, über den Preis wurde nicht gesprochen. Drei Wochen später erschienen plötzlich mehrere Leute und begannen zur Überraschung des Rentners damit, das vermooste Dach zu reinigen. Am Ende sollte der Rentner 6800 Euro für die zum Teil nicht fachgerecht ausgeführten Arbeiten berappen. Diese Summe zahlte er in bar. Am nächsten Tag forderte der Handwerker nochmals 4 200 Euro für angebliche Mehrarbeiten. Auch diesen Betrag zahlte der eingeschüchterte alte Mann und wunderte sich: "Für das Geld hätte ich neue Pfannen bekommen". Das Gericht urteilte: Das Verfahren wegen Wuchers gegen den Selbstständigen wird eingestellt, dafür muss er 2650 Euro an den Rentner zurückzuzahlen. Am Ende der Verhandlungüberreichte der Angeklagte die Summe in bar an das Gericht, die der heute 77-jährige Rintelner auch sofort ausgehändigt bekam.




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