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Darstellung der Kosten lässt oftmals zu wünschen übrig

Riester-Rentenverträge im Test

Landkreis (ftd). Eine Riester-Rentenversicherung mit garantierter Mindestverzinsung ist interessant für bequeme Sparer, die ihre Mindestrente schon bei Vertragsabschluss wissen wollen und ihre Beiträge dauerhaft zahlen können. Das von der Stiftung Warentest herausgegebene Verbrauchermagazin „Finanztest“ hat die Versicherungen getestet und unter 22 Angeboten sieben gute gefunden. Sehr gut war allerdings kein einziger Tarif dieser Altersvorsorge, die mit Zulagen und Steuervorteilen staatlich stark gefördert wird.

veröffentlicht am 29.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 14:42 Uhr

Ein wichtiges Kriterium ist die garantierte Rente. Je niedriger die Zusage ist, desto mehr hat der Versicherer für Kosten abgezogen. Sehr teuer sind zum Beispiel die Tarife von LVM und Generali. Es sind die schlechtesten im Test.

Ebenso wichtig wie die garantierte Rente ist der Anlageerfolg der Versicherer. Er ist entscheidend für die Höhe der Überschüsse. Anbieter, die sehr gut anlegen, erhöhen damit die garantierte Rente – vorausgesetzt, sie wirtschaften für ihre Kunden künftig genauso erfolgreich wie in den vergangenen Jahren.

Aus einer Modellrechnung in den Vertragsunterlagen sollte der Kunde die garantierte Rente ohne mögliche Überschüsse, aber mit den staatlichen Zulagen bereits bei Vertragsschluss erfahren. So weiß er schon in jungen Jahren, mit wie viel Rente er mindestens rechnen kann.

Vier Anbieter im Test (Generali, LVM, PBV und R+V) lassen ihre Kunden darüber im Unklaren. Sie nennen zwar eine Rente aus Eigenbeiträgen und Überschüssen, aber das hilft dem Kunden bei der Planung seiner Altersvorsorge wenig. Er sollte auch die garantierte Rente erfahren, die sich aus den Zulagen ergibt. Denn Prognosen von Überschussbeteiligungen sind kein Versprechen, sondern ungewiss.

Sparer, die eine Riester-Rentenversicherung abschließen, brauchen einen langen Atem. Wenn sie den Vertrag nicht durchhalten, reicht das Guthaben nicht für die erwartete Zusatzrente. Deshalb sollte der Vertrag zeigen, wie viel Sparguthaben der Kunde zu welchem Zeitpunkt mindestens erreichen wird. So sieht er, wie wenig ihm bleibt, wenn er einmal nicht mehr zahlen kann und den Vertrag beitragsfrei stellt oder wenn er früher als geplant in Rente gehen möchte.

Auch Transparenz und Flexibilität der Tarife wurden getestet. Sehr zu wünschen übrig lässt bei vielen Anbietern immer noch die Darstellung der Kosten. Sogar Experten haben manchmal Mühe, die Kosten nachzuvollziehen. Für den Kunden ist dies oft unmöglich. Der Turbo der Riester-Rente ist die staatliche Förderung. Die Riester-Rente ist eine gute Altersvorsorge – wenn der Sparer alles richtig macht: Er wählt einen guten Vertrag mit geringen Kosten, er zahlt bis zum Schluss der Vertragslaufzeit regelmäßig ein und nutzt die volle staatliche Förderung. Im aktuellen Test der klassischen Versicherungen haben die Tarife der Alten Leipziger und der Debeka am besten abgeschnitten. Gute Noten erhielten ebenfalls Angebote von HanseMerkur, PBV, Asstel, CosmosDirekt und Hannoversche Leben.




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