weather-image
29°
Deckel gegen Kinderlähmung

Rintelner sammelt Flaschendeckel für guten Zweck

RINTELN. Walfried Feistkorn ist Rentner, aber überaus engagiert. Sein neuestes Projekt: Flaschendeckel sammeln. Und damit Impfungen gegen die Kinderlähmung, Polio, finanzieren. Er hofft, dass sich viele Rintelner daran beteiligen werden:

veröffentlicht am 29.12.2017 um 15:42 Uhr
aktualisiert am 29.12.2017 um 16:20 Uhr

Walfried Feistkorn mit den gesammelten Flaschendeckeln. Foto: mld

Autor:

Marieluise Denecke und Jonas Bädermann

RINTELN. Wer einmal bei Wesergold in Exten war, der ist vielleicht auch schon mal Walfried Feistkorn begegnet. Feistkorn ist mittlerweile Rentner, doch über 30 Jahre lang war er beim Getränkehersteller tätig, und auch heute noch führt er Gäste durchs Werk.

Vielleicht war es dem Rintelner deshalb klar, dass er sich in diesem Projekt engagieren würde: „Deckel für Polio“. Hierbei handelt es sich um das Projekt des gleichnamigen Vereins, der 2014 gegründet wurde.

Es basiert auf einer einfachen Idee: Die Plastikdeckel von Wasserflaschen, Milch- und Saftkartons sowie Softdrink-Flaschen werden gesammelt, um sie an einen Verwerter zu verkaufen. Auf diese Weise werden Impfungen gegen die Kinderlähmung, Polio, finanziert. Die Verkaufserlöse gehen daher dem weltweit agierenden Rotary-Projekt „End Polio Now“ zu. Nach eigenen Angaben wurden seit Vereinsgründung auf diese Weise knapp 77 Millionen Deckel gesammelt und verwertet und über 153 000 Schluckimpfungen finanziert. Für eine Impfung benötigt man etwa 500 Deckel. Allerdings werden nur bestimmte Kunststoffdeckel gesammelt. Eine Vorgabe ist der Maximaldurchmesser von vier Zentimetern, was der Größe eines normalen Milchkartondeckels entspricht.

Feistkorn macht seit etwa einem Dreivierteljahr bei dem Projekt mit, sprich: Er sammelt Plastikdeckel. „Die muss man schließlich überhaupt nicht zusammen mit der Flasche wegschmeißen“, sagt Feistkorn. Stattdessen schraubt er sie ab und lagert sie. Sobald er eine ausreichende Menge zusammenhat, bringt er sie zu einer der Abgabestellen, von wo aus sie durch den Verein zu Lagerstellen gebracht werden. Hier werden die Deckel weiterverarbeitet.

Doch das Thema Abgabestellen ist für Walfried Feistkorn ein Wermutstropfen: Im Landkreis Schaumburg gibt es (noch) keine Abgabestellen. Ein Blick auf die Karte auf der Homepage des Vereins zeigt, dass Schaumburg diesbezüglich noch ein weißer Fleck ist. Rund um Hannover gibt es mehrere, ebenso in Dörentrup. Feistkorn fährt zur Abgabestelle in Vlotho, da er öfters in Bad Oeynhausen zu tun hat.

„So ein Projekt muss erst einmal in Gang kommen“, zeigt er Verständnis. Aber: „Es wäre eine tolle Sache, wenn es hier in der Nähe eine Abgabestelle gäbe!“ In Berlin beispielsweise weiß er, dass auch Supermärkte oder Baumärkte Deckel für den Verein sammeln. Hier hingegen hätten die Märkte davon noch nichts gehört. Feistkorn wünscht sich, dass sich das ändert. Und dass sich mehr Bürger am Projekt beteiligen. Ab einer bestimmten Menge kann man die Deckel übrigens auch abholen lassen. Mehr Infos unter www.deckel-gegen-polio.de.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare