weather-image
32°
Heerlagergruppe Truppa Marasma bietet Hilfestellung im Servicezelt

Rollstuhlfahrer unterstützt

BÜCKEBURG. Als Mensch mit Behinderung oder als Familie mit kleinen Kindern hat man es schon im Alltag nicht leicht. Der Besuch eines Großfestivals stellt da nicht selten eine kaum zu überwindende Herausforderung dar, sei es das unwegsame Gelände oder die Sorge, es könne mit dem Rollstuhl oder dem Kinderwagen ein technisches Problem geben. Dem abhelfen möchte das Heerlager „Truppa Marasma“.

veröffentlicht am 13.07.2018 um 11:45 Uhr

Die Heerlagergruppe „Truppa Marasma“ bietet auf dem Mittelalterlich Phantasie Spectaculum ein Servicezelt für Behinderte und Familien mit kleinen Kindern. Mitglied Nicole Reißen (Mitte) ist selbst Rollstuhlfahrerin. Foto: jp
jp01

Autor

Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die vor fünf Jahren in Gelsenkirchen gegründete Mittelalter-Gruppe bietet seit dieser Saison an mehreren Standorten des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums ein Servicezelt für Behinderte und Familien mit Kleinkindern – auch an den beiden Veranstaltungswochenenden in Bückeburg.

Die Bedürfnisse von Behinderten gegenüber gesunden Festivalbesuchern kennen die Heerlagermitglieder aus eigener Anschauung nur zu gut, haben sie doch mit Erzieherin Nicole Reißen eine Rollstuhlfahrerin in den eigenen Reihen. Heerlager-Gründerin Vera Borchardt ist zudem als Ergotherapeutin beruflich mit dem Thema vertraut. In ihrem Servicezelt bietet das Heerlager „Truppa Marasma“ eine Sitzbank und eine Liegebank zum Ausruhen für Erwachsene und Kinder, eine Wickelmöglichkeit für Kleinkinder und (gegen eine Spende) Desinfektionsmittel, Unterlagen sowie unsterile Handschule. Mithilfe eines Werkzeugkastens können an Rollstühlen, Kinderwagen oder Rollatoren kleine Reparaturen selbst durchgeführt werden, wobei die Heerlagermitglieder auch gerne Hilfestellung geben.

„Wir wissen aus Erfahrung, dass behinderte Menschen oder Familien mit kleinen Kindern auf einer Großveranstaltung wie dem MPS oft vorübergehend eine Rückzugsmöglichkeit suchen, weil ihnen kurzzeitig alles zu laut und zu viel wird und sie eine Auszeit brauchen oder sich für ein paar Minuten hinlegen möchten“, so die Erfahrung von Borchardt. „In unserem Servicezelt können sie das einfach abseits des ganz großen und lauten Trubels und geschützt vor den Blicken anderer Besucher.“ Gerade aus diesem Grund sei das Zelt am ersten, extrem stark besuchten und zudem sehr heißen Veranstaltungssamstag häufig aufgesucht worden, so Borchardt.

Das Zelt hat Stromanschluss und bietet daher auch die Möglichkeit, die Batterien von elektrisch betriebenen Rollstühlen aufzuladen. Mit einer Kochplatte können in kleinem Umfang auch Getränke oder Nahrungsmittel erhitzt werden. Zu finden ist das Heerlager „Truppa Marasma“ auf dem südlichen Verbindungsweg zwischen Mausoleumswiese und Ponywiese.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare