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Idee des Bürgermeisters: Innenstadtbereich erhält Namen des verstorbenen Bildhauers

Rondell gehört jetzt zum Jupp-Franke-Platz

Obernkirchen (sig). Seitdem das neue Seniorenzentrum "Sonnengarten" an der Bergamtstraße vollendet ist, machen sich Bürger und Politiker der Bergstadt Gedanken darüber, wie man den sich daran anschließenden Bereich künftig nennen soll. Jetzt hat der Stadtrat einen Schlussstrich unter alle weiteren Überlegungen gezogen und einstimmig beschlossen, dem gesamten Gelände, auf dem einst das evangelische Gemeindezentrum stand, den Namen "Jupp-Franke-Platz" zu geben - benannt nach dem im März verstorbenen Obernkirchener Bildhauer.

veröffentlicht am 28.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:15 Uhr

Dieses zentrale Gelände in der Innenstadt erinnert künftig an de

Dazu gehören das Rondell mit seinen drei strahlenförmig angelegten Verbindungswegen und jener Straßenzug, der parallel zur Friedrich-Ebert-Straße an der südlichen Rückseite der Gebäude entlangführt. Was hier jetzt noch fehlt, wäre eine Skulptur von Jupp Franke, wie sie zum Beispiel vor der Grundschule am Kammweg und vor der Hauptstelle der Sparkasse am Markt stehen. Besonders dieälteren Einwohner würden sich über Sitzgelegenheiten am Rande des Rondells freuen, das in diesem Jahr unter anderem für einige Boule-Trainingseinheiten genutzt wurde. Ursprünglich hatte das mit dem Stadtmarketing befasste "team obernkirchen" die Einwohner um Vorschläge für eine Namensgebung gebeten. Von den zahlreich eingereichten Ideen waren zwei in die Endausscheidung gekommen. Passend zur Stiftskirche, die den Namen St. Marien trägt, sollte das in Frage kommende Gelände Marienplatz heißen. Eine gute Chance erhoffte sich auch der Ideengeber der Bezeichnung "Rondello". Der historisch korrekte Name für diesen Bereich lautete bis zum ersten Weltkrieg allerdings "Küsterort". Das alte Küsterhaus brannte 1911 ab. Später befand sich hier bis zum Abriss des früheren Gemeindehauses im Zeitraum 1963/64 auch die Wohnung des Küsters. Eine Flurkarte aus 1941 enthielt für den zentral gelegenen Stadtbezirk den Namen "Am Kirchhof". Darunter verstand man den Friedhof, der sich einst auf dem Gelände des heutigen Kirchplatzes befand und 1816 an die Rintelner Straße verlegt wurde. Die Stadtverwaltung hatte dem Rat vorgeschlagen, einen der historisch verbürgten Flurnamen zu geben. Schließlich konnte aber Bürgermeister Horst Sassenberg seine Kommunalpolitiker für die Idee gewinnen, diesen Bereich zur bleibenden Erinnerung an den aus Schlesien stammenden Bildhauer Josef Franke nach ihm zu benennen. Er habe ohnehin an mehreren Stellen in Obernkirchen, das ihm nach der Vertreibung zur zweiten Heimat wurde, aber auch in anderen norddeutschen Orten seine Spuren hinterlassen. Für seine zahlreichen Freunde wird er nicht nur wegen seiner ausdrucksstarken bildnerischen Kunst unvergessen bleiben, sondern auch wegen seiner sozialen Kompetenz, seiner Ehrlichkeit und Offenheit. Ein Beweis für seine Beliebtheit ist auch die Tatsache, dass nicht der Vorname Josef verwendet wurde, sondern die umgangssprachliche Form "Jupp", wie er von seinen Familienmitgliedern und Freunden genannt wurde.

Josef ("Jupp") Franke?
  • Josef ("Jupp") Franke?



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