weather-image
21°
×

Jusos verhüllen das Miegel-Denkmal / Kein Verständnis für Aussetzung des Ratsbeschlusses

„Rotes Tuch“ verschwindet hinter rotem Tuch

Bad Nenndorf. Mit einer Verhüllungsaktion haben Vertreter der Jungen Sozialdemokraten (Jusos) Schaumburg auf ihre eigene Art auf die aktuelle Debatte rund um das Agnes-Miegel-Denkmal aufmerksam gemacht. Im Oktober des vergangenen Jahres hatte der Rat beschlossen, das Denkmal aus dem Kurpark zu entfernen.

veröffentlicht am 06.03.2014 um 19:05 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 17:22 Uhr

Da diesem Beschluss keine Taten gefolgt waren, „wollten wir symbolisch etwas nachhelfen“, erklärt Dennis Grages, Unterbezirksvorsitzender der Schaumburger Jusos und selbst Bewohner der Samtgemeinde Nenndorf.

Dass der Rat am Mittwoch die Umsetzung des Denkmals und damit seinen Beschluss noch einmal ausgesetzt hat, dafür haben die Jusos kein Verständnis. Der Rat will nämlich erst das Ende des aktuellen Bürgerbegehrens abwarten (wir berichteten). „Das geht für uns in die völlig falsche Richtung“, sagt Grages. „Der Beschluss hätte längst umgesetzt werden müssen.“

Stünde das Denkmal nun beispielsweise vor dem Miegel-Haus und nicht mehr im Kurpark, hätte sich die Initiative womöglich nie gegründet. Diese stellt für die Jusos ein großes Ärgernis dar. „Wir sind für Bürgerbegehren, sie sind jedermanns gutes Recht“, so Grages. „Aber dieses widerspricht unseren inhaltlichen Positionen.“ Agnes Miegel habe keinen Vorbildcharakter, „deshalb sollte im Kurpark auch kein Denkmal zu ihrer Ehrung stehen“.

Besonders zwei Aspekte der aktuellen Entwicklung stoßen den Jusos sauer auf. Zum einen sei das Bürgerbegehren auf Initiative von Mitgliedern der Agnes-Miegel-Gesellschaft entstanden, von denen zwei weder aus der Gegend stammen noch in Nenndorf wohnen. „So viel zu der Behauptung: ,Wir in Bad Nenndorf wollen das nicht‘“, kommentiert Grages.

Der zweite Punkt betrifft die Einstellung der Bad Nenndorfer Christdemokraten. „Wir wundern uns über die CDU, die für Agnes Miegel Position ergreift“, erklärt Grages. „Dieses Engagement hätten wir uns von ihnen im Kampf gegen den Rechtsextremismus gewünscht.“

Auch sonst steht die Dichterin dieses Wochenende ganz im Zentrum der Aufmerksamkeit. Heute, Freitag, beginnen im Hotel Hannover nämlich die Agnes-Miegel-Tage.kle




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige