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Zahl der Betreuungsfälle sinkt von 129 auf 115 / Dunkelziffer bei Stalking

Rückgang im Opferhilfebüro

BÜCKEBURG. Das Opferhilfebüro Bückeburg hat 2015 weniger Betreuungsfälle verzeichnet als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang vom 2014 bilanzierten Rekordwert von 129 auf jetzt 115 Personen entspreche einer in allen niedersächsischen Büros registrierten Entwicklung, legten Dagmar Behrens und Juliane Frank während der Jahressitzung des Hilfebürobeirats dar. Nach wie vor fragten wesentlich mehr Frauen (87 Prozent) als Männer die Unterstützung der von der Stiftung Opferhilfe getragenen Einrichtung nach.

veröffentlicht am 02.06.2016 um 11:51 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 15:41 Uhr

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Die meisten Opfer hatten ihren Wohnsitz in Bückeburg. In der Wohnortstatistik folgten Rinteln (25 Personen), Stadthagen (16), Sachsenhagen (11), Obernkirchen (6), Eilsen, Nienstädt und Rodenberg (jeweils 4) sowie Nenndorf (2), Niedernwöhren und Auetal (jeweils 1).

Bei den Delikten standen wie in den zurückliegenden Jahren Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit (37 Prozent) und Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (35 Prozent) an vorderster Stelle. Auch Stalking sei ein im Büro immer wieder auftauchendes Thema, erläuterten Frank und Behrens gegenüber den Mitgliedern des Beirats und dessen Vorsitzender Dr. Hedwig Pietsch. Hier gingen die Berichterstatterinnen von einer schwierig zu erfassenden Dunkelziffer aus.

„Der Begriff Stalking wird juristisch nur angewendet, wenn es zu massiven persönlichen Einschränkungen wie Umzug, Arbeitsplatzverlust oder Therapiebedarf kommt“, erklärten die Expertinnen, die zudem auf eine Premiere aufmerksam machten - 2015 betreute das Büro erstmals eine von Zwangsheirat betroffene Klientin. „Da dies für uns ein sehr spezieller Fall war, sammelten wir nicht nur neue Erfahrungen, sondern knüpften auch neue Kontakte hinsichtlich der Netzwerkarbeiten in den Räumen Schaumburg und Hannover“, gaben Behrens und Frank zu verstehen.

Die finanziellen Hilfen beliefen sich wie im Vorjahr auf rund 44 000 Euro. „In der Regel steht die finanzielle Unterstützung nicht im Vordergrund“, führten die Fachfrauen aus. Die meisten Anträge seien auch 2015 aufgrund der Initiative anderer Einrichtungen oder aufgrund von Anregungen der Mitarbeiterinnen gestellt worden. Weit mehr als die Hälfte der Betroffenen habe keinen Antrag auf Finanzbeihilfe gestellt.

Mit Blick auf die Gerichtsverfahren machten Frank und Behrens ein Anwachsen des Stellenwertes von Vorbereitung und Begleitung der Opferzeugen aus. Begleitete Zeugen träten selbstbewusster und sicherer auf und ermöglichten dadurch qualitativ bessere Aussagen. Im Bereich der psychosozialen Prozessbegleitung bestünden unterdessen noch Verbesserungsmöglichkeiten. Diese könnte ein im kommenden Jahr in Kraft tretendes Gesetz mit sich bringen, das unter anderem die rechtzeitige Information der Betroffenen über die Prozessbegleitung zum Ziel hat.

Opferhilfebüros gibt es an allen elf Landgerichtsstandorten Niedersachsens. Die Büros arbeiten eng mit dem als Verein organisierten „Weißen Ring“, den Polizeibehörden, der Justiz, Frauenhäusern und Netzwerken gegen Gewalt zusammen. In Bückeburg erfolgte die Gründung am 15. Juli 2002. Bis zum Jahresende wurden seinerzeit zwölf Klienten betreut. 2003 waren es 39, 2004 62, 2011 erstmals mehr als 100.

Die hauptamtlichen Ansprechpartnerinnen nehmen bei ihren Tätigkeiten vor allen Dingen darauf Rücksicht, dass Opfer von Straftaten sich im Umgang mit Gerichten, Behörden und sonstigen Institutionen häufig unverstanden und allein gelassen fühlen. Beratung und Begleitung erfolgen kostenlos, vertraulich, auf freiwilliger Basis und auf Wunsch anonym. Ebenfalls auf Wunsch sind Hausbesuche oder Beratungen an neutralen Orten möglich.

Die meisten Opfer hatten ihren Wohnsitz in Bückeburg. In der Wohnortstatistik folgten Rinteln (25 Personen), Stadthagen (16), Sachsenhagen (11), Obernkirchen (6), Eilsen, Nienstädt und Rodenberg (jeweils 4) sowie Nenndorf (2), Niedernwöhren und Auetal (jeweils 1).

Bei den Delikten standen wie in den zurückliegenden Jahren Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit (37 Prozent) und Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (35 Prozent) an vorderster Stelle. Auch Stalking sei ein im Büro immer wieder auftauchendes Thema, erläuterten Frank und Behrens gegenüber den Mitgliedern des Beirats und dessen Vorsitzender Dr. Hedwig Pietsch. Hier gingen die Berichterstatterinnen von einer schwierig zu erfassenden Dunkelziffer aus.

„Der Begriff Stalking wird juristisch nur angewendet, wenn es zu massiven persönlichen Einschränkungen wie Umzug, Arbeitsplatzverlust oder Therapiebedarf kommt“, erklärten die Expertinnen, die zudem auf eine Premiere aufmerksam machten – 2015 betreute das Büro erstmals eine von Zwangsheirat betroffene Klientin. „Da dies für uns ein sehr spezieller Fall war, sammelten wir nicht nur neue Erfahrungen, sondern knüpften auch neue Kontakte hinsichtlich der Netzwerkarbeiten in den Räumen Schaumburg und Hannover“, gaben Behrens und Frank zu verstehen.

Die finanziellen Hilfen beliefen sich wie im Vorjahr auf rund 44 000 Euro. „In der Regel steht die finanzielle Unterstützung nicht im Vordergrund“, führten die Fachfrauen aus. Die meisten Anträge seien auch 2015 aufgrund der Initiative anderer Einrichtungen oder aufgrund von Anregungen der Mitarbeiterinnen gestellt worden. Weit mehr als die Hälfte der Betroffenen habe keinen Antrag auf Finanzbeihilfe gestellt.

Mit Blick auf die Gerichtsverfahren machten Frank und Behrens ein Anwachsen des Stellenwertes von Vorbereitung und Begleitung der Opferzeugen aus. Begleitete Zeugen träten selbstbewusster und sicherer auf und ermöglichten dadurch qualitativ bessere Aussagen. Im Bereich der psychosozialen Prozessbegleitung bestünden unterdessen noch Verbesserungsmöglichkeiten. Diese könnte ein im kommenden Jahr in Kraft tretendes Gesetz mit sich bringen, das unter anderem die rechtzeitige Information der Betroffenen über die Prozessbegleitung zum Ziel hat.

Opferhilfebüros gibt es an allen elf Landgerichtsstandorten Niedersachsens. Die Büros arbeiten eng mit dem als Verein organisierten „Weißen Ring“, den Polizeibehörden, der Justiz, Frauenhäusern und Netzwerken gegen Gewalt zusammen. In Bückeburg erfolgte die Gründung am 15. Juli 2002. Bis zum Jahresende wurden seinerzeit zwölf Klienten betreut. 2003 waren es 39, 2004 62, 2011 erstmals mehr als 100.

Die hauptamtlichen Ansprechpartnerinnen nehmen bei ihren Tätigkeiten vor allen Dingen darauf Rücksicht, dass Opfer von Straftaten sich im Umgang mit Gerichten, Behörden und sonstigen Institutionen häufig unverstanden und allein gelassen fühlen. Beratung und Begleitung erfolgen kostenlos, vertraulich, auf freiwilliger Basis und auf Wunsch anonym. Ebenfalls auf Wunsch sind Hausbesuche oder Beratungen an neutralen Orten möglich.




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