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Frauenchor aus Kaliningrad verströmt Herzlichkeit/ Natürliche Stimmen gefallen

Russische und deutsche Lieder vereint

Bückeburg. Schauplatz deutsch-russischer Begegnung war die Stadtkirche. Dort hat auf Initiative von Pastor i.R. Ingo Röder der Frauenchor der Evangelischen Auferstehungsgemeinde Kaliningrad, dem früheren Königsberg, ein Konzert gegeben. Die Verbindung besteht seit 1992.

veröffentlicht am 01.06.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 18:21 Uhr

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Das vielen Bückeburgern durch Touren mit der Stadtkirchengemeinde nach Kaliningrad bereits bekannte Team eroberte die Gunst der zahlreichen Zuhörer durch seine Herzlichkeit und die inbrünstig vorgetragenen Lieder in Windeseile. Denn der kleinen Damengemeinschaft, die sich im großen Gotteshaus fast verlor, gelang gleich mit einem zarten Magnificat und Mendelssohns „In Liebe des Christus“ ein klangschöner Auftakt. Darüber hinaus musste man die auf sympathische Art radebrechende Ansagerin mögen.

Natürliche Stimmen

Unter Leitung der patenten Elena, die am Synthesizer ebenfalls ihr Metier verstand, lauschten die Besucher im ersten Teil vornehmlich geistlichen Werken, die mit einer Menge interpretatorischer Frische und Ursprünglichkeit in akzentreicher deutscher Sprache offeriert wurden. Die natürlichen Stimmen der weit gereisten Crew und deren illustrierende Textbehandlung prägten unter anderem Lieder wie „Von guten Mächten“, „Auf dich O Herr vertraut meine Seele“, den Psalm 139, das arührende „Segne meine Seele“, „Dona Nobis“ und die alte russische Weise „Gott lass mich reden“. Ob eine junge Mitstreiterin – sich selbst begleitend – unbedingt eine amerikanische „Schnulze“ dazwischen offerieren musste, bleibt die Frage.

Auch nach der Pause, als es um volksnahe Stücke ging, verströmten die Ex-Königsberger so viel Enthusiasmus und Wärme, wie es selbst im sangesfreudigen Bückeburg nicht alltäglich ist. Da erklangen „Seelige Jugend am blauen Ostseestrand“, die Ostpreußen-Hymne „Land der dunklen Wälder“ oder das von Johann Gottfried Herder übersetzte „Ännchen von Tharau“ mit einer Unbedingtheit, die einem beinahe glauben machte, die Truppe habe die Geschichten am eigenen Leib erlebt. Was Herder angeht, so stand dieser übrigens dereinst fünf Jahre im Dienste der Stadtkirche auf der Kanzel. Aber das Text-Finale soll nicht Herder sondern dem Klangcocktail gelten. Der endete mit einem von Chor und Publikum gesungenen Freundeslied. Und in Freundschaft verbunden fühlte sich nach zwei Stunden gewiss nicht nur Pastor Röder mit den Gästen aus dem fernen Kaliningrad.




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