weather-image
21°
×

Umweltminister kritisiert im Hagenburger Ratskeller die Förderpraxis für Biogasanlagen

Sander will Kormoran-Frage europäisch lösen

Hagenburg (jpw). Mit dem Thema „Umwelt und Wirtschaft“ hatte CDU-Landratskandidat Klaus-Dieter Drewes den Titel für die Diskussion im Hagenburger Ratskeller vorgegeben. Minister Hans-Heinrich Sander unterstrich zu Beginn, dass er stets die Wirtschaft zum Mittelpunkt seines Handelns gemacht habe.

veröffentlicht am 15.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 02:22 Uhr

Gehe es der Wirtschaft schlecht, leide als erstes die Umwelt darunter. Sander betonte die Eigenverantwortung in der Umweltpolitik, lobte den Vertragsnaturschutz, der in seiner Ägide auf rund 40 000 Hektar in Niedersachsen gewachsen sei. „Biomasse haben wir genug in Niedersachsen“, sagte Sander und kritisierte die falsche Entwicklung bei Biogasanlagen, die von der Förderpolitik verursacht worden sei.

„Wir brauchen ein nationales Endlager“, meinte Sander zur Atompolitik, „es ist unsere verdammte Pflicht, für eine sichere Endlagerung zu sorgen.“

Der Minister gab sich davon überzeugt, dass Politik vom Wechsel lebe. „Und deshalb wäre es toll, in einer solchen roten Hochburg wie dem Landkreis Schaumburg mal einen anderen Landrat zu haben“, sagte Sander.

Einen großen Bogen weit außerhalb des Landkreises Schaumburg spannte in seiner Eigenschaft als Landwirt der CDU-Vorsitzende der Samtgemeinde, Heiko Bothe. Er kritisierte unter anderem den Naturschutz im Schutzgebiet „Meerbruch“, erwähnte 65 Blänken, bei denen zum Teil das Grundwasser angeschnitten sei, wunderte sich über das Aussetzen von Nerzen, von dem Besatz von Flächen mit dem Indischen Wasserbüffel. Es könne nicht sein, so Bothe, dass wertvolles Ackerland in Hagenburg als Ausgleich für den Schlammpolder in Mardorf herhalten müsse. Sander erläuterte, dass sich Niedersachsen auf seine Initiative hin dafür eingesetzt habe, Ausgleichsflächen auch mit Geld ausgleichen zu können. Unverständnis äußerte Bothe auch darüber, dass der Landkreis Schaumburg Naturschutzkompetenzen an die Region Hannover abgegeben habe.

Rudolf Endjer, der Inhaber der Fischereirechte im Steinhuder Meer, übergab dem Minister einen Brief, in dem er ihn um Hilfe beim „Kormoran-Problem“ bat. Dieses könne nur auf europäischer Ebene gelöst werden, entgegnete ihm der Umweltminister, der sich dafür einsetzen will, den Vogel von der „Roten Liste“ zu streichen.

In der Frage der Weserversalzung lehnte Sander die von der Kali und Salz AG vorgeschlagene Pipeline bis zum Jadebusen strikt ab. „Mit Sicherheit nicht auf Kosten der Steuerzahler“, sagte der Umweltminister.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige