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CDU: Stadtverbandsvorsitzender und Bürgermeisterkandidat zum Listenstreit

Sassenberg: "Keine zweitbeste Lösung" - Schulze-Elvert: "Sportliche Sicht"

Obernkirchen (rnk). Für den Vorsitzenden Horst Sassenberg ist es keine Frage, über die er länger nachdenken müsste: Der Stadtverband der CDU müsse in der bestmöglichen Aufstellung in die Kommunalwahl gehen - und dies bedeute, dass er als Bürgermeister die Liste für den Stadtrat anführt. Über die Frage, wer den ersten Listenplatz belegt, war es auf der Mitgliederversammlung zwischen Sassenberg und Bürgermeister-Kandidat Martin Schulze-Elvert zum offenen Streit gekommen (wir berichteten).

veröffentlicht am 05.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

Die CDU werde in der Bergstadt mit zwei Menschen "verknüpft", so Sassenberg: mit seiner Person und mit Beate Krantz. Sie hätten in der traditionell sozialdemokratischen Hochburg "Wählerschichten eröffnet, die früher mit der CDU nichts anfangen konnten". Keineswegs stehe überall der Bürgermeister-Kandidat auf Platz eins - Sassenberg nannte Rodenberg als Beispiel -, sondern durchaus auch derjenige, dem zugetraut werde, die meisten Stimmen zu holen - " wie im Auetal mit Ursula Sapia". In Obernkirchen sei er als Bürgermeister derjenige, der die Stimmen hole. Wenn ganz oben auf der Liste ein Name stehe, der nicht so bekannt ist, dann koste dies schlicht Stimmen - Wählerstimmen, die auf die Zusammensetzung des nächsten Stadtrates großen Einfluss hätten. Der erste hauptamtliche Bürgermeister sei kein Alleinherrscher, sondern nach wie vor dem Votum des Stadtrates unterstellt. Es sei seine Verpflichtung als Stadtverbandsvorsitzender dafür Sorge zu tragen, dass die CDU erfolgreich abschneidet: "Ich trage die politische Verantwortung." Daher habe er auch für eine andere, schlechtere Lösung (Schulze-Elvert auf Platz eins) nicht zur Verfügung gestanden. Dann hätte er, so Sassenberg, das Amt des Stadtverbandsvorsitzenden abgegeben. Dazu kam es nicht, weil Schulze-Elvert vor der Kampfabstimmung zurückzog und sich mit dem zweiten Listenplatz einverstanden erklärte. Generell, so Sassenberg, sei es das große Problem dieses Wahlkampfes, dass die Bürgermeisterfrage alles andere als unwichtig erscheinen lasse. Dies sei nicht so, denn der Bürgermeister sei eingebunden in die Entscheidungen des Stadtrates und des Verwaltungsausschusses, außerdem trete der erste hauptamtliche Bürgermeister der Stadt erst am 1. April nächsten Jahres sein neues Amt an. Bis dahin sei Stadtdirektor Wilhelm Mevert Chef der Verwaltung. "Es ist schwer zu erklären", gibt Sassenberg "nach hunderten von Gesprächen mit Bürgern" zu - zumal da Sassenberg gerne so lange Bürgermeister sein möchte, wie es die Zweigleisigkeit in der Bergstadt gibt. Dazu müsste er nach der Kommunalwahl von der Mehrheit des Stadtrates gewählt werden. Erst ein knappes halbes Jahr später käme dann der Kandidat, der die Bürgermeisterwahl gewinnt, zum Zuge. Und: Ob Martin Schulze-Elvert die Zukunft der Partei ist, werde sich zeigen. Mit Blick auf die anderen jungen Kandidaten, mit denen die CDU zur Stadtratswahl antritt, sei Schulze-Elvert "zunächst nur eine Option" - eine gute, fügte Sassenberg an, aber nicht die einzige. Für Schulze-Elvert ist das Thema Listenplatz "doch längst gegessen". Er sei im Vorfeld der Mitgliederversammlung von vielen CDU-Mitgliedern angesprochen worden, mit dem Tenor: "Der Bürgermeister-Kandidat muss auch die Liste anführen." Auf der Versammlung habe er dann die Frage "aus eher sportlicher Sicht" betrachtet. Als dann deutlich geworden sei, dass es auf eine Kampfabstimmung hinauslaufe, habe er seinen Anspruch zurückgezogen. Nicht, weil er keine Chance gesehen hätte, sondern "weil die CDU nicht in Sieger und Verlierer aufgeteilt werden sollten". Er und Sassenberg hätten das gleich Ziel: eine Mehrheit im Stadtrat. "Aber wir haben zuweilen verschiedene Sichtweisen."




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