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Thomas Salerno schildert, wie man nach vier Wochen Koma und einem Schlaganfall zurück ins Leben findet

Schädelhirntrauma, Lungenquetschung und Brüche

Bückeburg. Wer heutzutage eine Unterhaltung mit Thomas Salerno führt, trifft auf einen rundweg unbetrübten Mann. „Ich bin total zufrieden“, gibt der Mittvierziger zu verstehen. Mit dieser Zufriedenheit war am 21. Januar 1997 nicht zu rechnen. Am Abend dieses nasskalten Tages wurde Salerno Opfer eines schweren Verkehrsunfalls. „Schädelhirntrauma mit Schädigung im Bereich von Mittelhirn und Hirnstamm“, diagnostizierten die Ärzte. Prellungen, Lungenquetschung, Schlüsselbeinbruch. Es folgte ein vier Wochen dauerndes Koma. Während der bewusstlosen Zeit erlitt er einen Schlaganfall. „Wenn man von einem Tag zum anderen vom selbstständigen Erwachsenen zum hilfsbedürftigen Pflegefall wird – oje!“, sagt der in Bückeburg zeitweise als Gärtner beschäftigte Betroffene. „Man kann das nicht in Worte fassen.“

veröffentlicht am 21.08.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 21:21 Uhr

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Oder eben doch. Thomas Salerno hat seine im Anschluss an das Wiederaufwachen beginnenden Erlebnisse zu Papier gebracht. „Wieder mittendrin – (m)eine Geschichte“ heißt das Buch, in dem er die in den Monaten und Jahren nach dem Unfall erlebten Eindrücke schildert. „Wenn Du durch die Hölle gehst, höre nicht auf zu laufen“, hat er der Publikation vorangestellt. Dieses von Walt Disney stammende Zitat sei in etwa das Motto gewesen, nach dem er den Weg zurück ins normale Leben beschritten habe, erläutert der Autor. In der 91-seitigen Veröffentlichung findet sich der gesamte Genesungsprozess von der Aufwachphase – „ich konnte nicht einmal vier mal vier rechnen“ – über etliche Rehabilitationsmaßnahmen bis zum Resümee, „die besten Jahre für einen Mann nicht für die Gründung einer Familie, sondern für meine Gesundung gebraucht“ zu haben.

Salerno: „Ich war durch den Unfall schon ziemlich schwer verletzt, dafür habe ich mich aber wieder gut erholt. Und Leute, die mich vor dem Unfall kannten, meinten, sie hätten anfangs nicht erwartet, dass ich wieder gesund werden würde. Ich bin grundsätzlich optimistisch eingestellt, das hilft. Und dass der Wille Berge versetzen kann, daran glaube ich. Dieser Schicksalsschlag war hart, aber er hat mich geprägt.“

Vor dem Unfall, berichtet der Verfasser, habe er sich vorgenommen, 100 Jahre alt zu werden. „Jetzt möchte ich die verschwendeten Jahre hinten anhängen und einhundertacht werden.“ Für die paar Jahrzehnte vor dem 108. Geburtstag hat Salerno sich einiges vorgenommen. Im kommenden Jahr etwa will er die Buchmesse in Leipzig besuchen und dort aus seinem Buch vorlesen.

Bezugsquelle: „Wieder mittendrin – (m)eine Geschichte“ (ISBN 978-3-86386-255.8) ist im Berliner Verlag „Pro Business“ erschienen. In den Buchhandlungen Frommhold und Scheck sowie in der Eisdiele Adria sind jeweils mehrere Exemplare vorrätig.




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