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Illegale Schlachtung? Amt für Veterinärwesen will Schafbestände überprüfen

Schafskadaver am Wald entdeckt, verendete Waschbären an der Straße

Rinteln (wm). In der Nähe eines Waldstückes auf dem Gebiet der Stadt Rinteln sind Überreste von Schafskadavern entdeckt worden. Bisher geht man beim Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen davon aus, dass die Kadaver "unsachgemäß entsorgt" worden sind.

veröffentlicht am 08.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Woran die Tiere verendet sind, sei bisher allerdings nicht klar. Kreisveterinär Dr. Hubertus Even betont, eine Tierseuche könne es nicht gewesen sein - im ganzen Landkreis sei kein Fall in Schafbeständen bekannt. Zwischen dem Autobahnviadukt und der Zufahrt zur Arensburg sind gestern Morgen außerdem zwei verendete Waschbären entdeckt worden. Die beiden Jungtiere waren vermutlich unter ein Fahrzeug geraten. Auch hier schließt das Amt für Verbraucherschutz Tollwut als Todesursache aus. Es gebe im ganzen Landkreis keinen Tollwutfall, auch die Fuchspopulation sei frei von Tollwut. Dass Waschbären in der Nähe von Straßen in Abfallbehälter nach Nahrung suchen, sei nicht ungewöhnlich. Grundsätzlich weist Klaus Heimann, Pressesprecher beim Landkreis Schaumburg, darauf hin, dass der Fund von Kadavern entweder dem Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen beim Landkreis Schaumburg unter der Telefonnummer (05722) 966800 oder - wie im Fall der Waschbären - dem Jagdpächter gemeldet werden müsse. Bei Tierkadavern bestehe immer einÜbertragungsrisiko von Krankheiten - durch Tierseuchen, bakterielle Verunreinigungen oder toxische Abbauprodukte. Tierhalter seien verpflichtet, verendete Tiere über die Tierkörpersammelstelle Steyerberg entsorgen zu lassen, (05764) 2014 oder (05764) 1615. Schaf- und Ziegenhalter müssten ihre Bestände anmelden und die Tiere durch Ohrmarken und im Bestandsregister kennzeichnen, außerdem den Tierbestand bei der Niedersächsischen Tierseuchenkasse registrieren lassen, (0511) 7015626. Das Amt für Veterinärwesen, so kündigt Heimann an, werde den Fund der Schafskadaver zum Anlass nehmen, im Laufe der nächsten Wochen Schaf- wie Ziegenhaltungen zu überprüfen. Denn auch bei Hausschlachtungen müssten Tiere einer Lebens- wie Fleischbeschau unterzogen werden, um Krankheiten auszuschließen. Wären die Schafe legal geschlachtet worden, hätte das Amt informiert sein müssen.




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