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Arina Dähnick zeigt Straßenszenen aus Berlin, Paris und New York

Schaufenster als Spiegel: Diese Fotos faszinieren

Obernkirchen. Du siehst Dir diese Großstadtszenen aus Berlin, Paris und New York an, wieder und wieder – und Du wirst und wirst mit ihnen nicht fertig. Das liegt daran, dass es durchweg Dreifach-Spiegelungen sind, die Arina Dähnick (Jahrgang 1965) im Fenster ihrer Messsucherkamera zusammenzwingt. „Nach einem Moment der Verwirrung eröffnet sich dem Betrachter die Möglichkeit, die angebotenen Einzelteile zu ordnen, um sie danach für sich selbst in einen neuen Zusammenhang zu bringen“: So beschreibt die bekennende Leica-Fotografin selbst das, was sich in Auge und Kopf abspielt, sobald man den Blick auf eines ihrer Bilder richtet. Es erklärt, warum diese mit hoch lichtstarken 35 und 50 Millimeter Summilux-Festbrennweiten gebannten Szenen nie langweilig werden.

veröffentlicht am 21.08.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 14:36 Uhr

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Lieselotte Dehler-Schmahl hat das sofort erkannt: „Ich habe die jüngste Vernissage von Frau Dähnick in der Kunstscheune Steinhude besucht, wo sie zusammen mit Alf Reinhold die Ausstellung ,Fotorealsimus – Transformation der Realität‘ bestritten hat, war sofort Feuer und Flamme – und habe sie spontan nach Obernkirchen eingeladen“, erzählt die Leiterin der Info-Galerie.

Dort wird Dähnicks Schau „Spiegelungen“ am Sonntag eröffnet. Die Berliner Fotokünstlerin, in Krefeld geboren und in Hamburg aufgewachsen, zeigt darin zwölf großformatige Arbeiten, die sie 2014 in der Hauptstadt, aber auch in Paris und New York aufgenommen hat. Es ist das Dritte von bislang drei Projekten; bei ihrem Ersten porträtierte Dähnick Prominente in Schwarz-Weiß, bei ihrem Zweiten fing sie die Schönheit der Natur vor der eigenen Haustür ein.

Das Besondere ihrer aktuellen Straßenszenen, die sie aus Fassaden, Schaufensterpuppen, Wolken und Passanten arrangiert, muss Dähnick dem an „Photoshop“ gewöhnten Betrachter heutzutage erst erklären: „Die Bilder sind nicht – ausdrücklich: nicht! – mit einem Programm zur Bildbearbeitung manipuliert. Es sind auch keine Collagen“, betont die Fotografin. Was surreal wirkt, ist real existent; es bedurfte nur eines Auges wie desjenigen der Künstlerin, um es zu sehen und festzuhalten.

Dähnick, die bereits mit 17 Jahren von ihr Geschautes mit der Kamera festhielt, dann öffentlich zeigte und später beim deutschen Ableger der berühmten Fotoagentur Magnum ihr Handwerk lernte, trägt Kunst in den Genen: „Oma war in den 20er Jahren eine der ersten Frauen, die in Berlin Kunst studierten. Sie hat damals für die Schokoladenfirma Sarotti die Werbefigur des Mohren mitentwickelt“, so die Fotografin.

Derzeit hat Dähnick außer Fotokunst noch einen Zweitberuf. Sie arbeitet – auch – als Therapeutin für Psychotherapie in eigener Praxis in Berlin. Doch der Tag dürfte nicht mehr fern sein, wo sie vom Verkauf ihrer exklusiven und in Kleinstserien von jeweils nur acht Fotos angebotenen Aufnahmen leben kann. Was auch bedeutet: Der Tag dürfte nicht mehr fern sein, wo man für diese Bilder, „Oma“ würde es freuen, Sammlerpreise bezahlen wird. Was übrigens ein Grund mehr ist, dass Kunst- und Fotofreunde schleunigst die Ausstellung an der Friedrich-Ebert-Straße besuchen sollten. Noch ist ein „Dähnick“ nämlich gerade noch erschwinglich…

Öffnungszeiten: Die Foto-Ausstellung „Spiegelungen“ von Arina Dähnick wird Sonntag, 23. August, 11.30 Uhr in der Info-Galerie, Friedrich-Ebert-Straße 14, eröffnet und ist dort bis zum 21. Oktober zu sehen.




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