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Weniger streiten, mehr miteinander reden: Grundschulkinderüben gewaltfreie Kommunikation

"Scheibenkleister" und "Fußpilz vom Drachen"

Rehren (la). "Jetzt können wir besser miteinander umgehen. Wir streiten weniger, weil wir mehr miteinander reden", so das erstaunlich abgeklärte Resümee des neunjährigen Caius Fels aus der Klasse 4a der Grundschule Rehren.

veröffentlicht am 22.09.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:25 Uhr

Unter dem Motto "Ich + Du = Wir!" haben sich die Grundschüler drei Tage lang intensiv mit Gewaltprävention beschäftigt. Wobei die gewaltfreie Kommunikation und das Kennenlernen im Vordergrund standen. So wurde in den Klassen gespielt, gebastelt, geredet und für einen schulinternen Wettbewerb gemalt. "Die Siegerbilder kommen auf unsere neue Homepage",berichtet Konrektorin Heike Rzepka. Die Kinder waren von der gesamten Aktion total begeistert. "Wir haben ganz viel gelernt. Man kann zum Beispiel ,Scheibenkleister' oder ,Fußpilz vom Drachen' sagen, statt der vielen bösen Worte", präsentierte die neunjährige Friederike Eggersmann das Gelernte. Besonders stolz ist die Klasse 4a auf ihre "Stärke-Girlande". Sie entstand in Partnerarbeit. "Dabei durften wir aber nicht mit unseren Freundinnen zusammen arbeiten, sondern bekamen einen Partner zugelost", berichtet Friederike. Da hätten sogar Mädchen mit Jungen an Girlandenteilen gearbeitet. Die Kinder haben festgehalten, wo die Stärken ihrer Partner liegen, was ihnen gefällt und was stört. "So haben wir uns alle viel besser kennen und verstehen gelernt", waren sich die Kinder einig. Höhepunkt der Gewaltpräventionstage war der Besuch der "Händlerin der Wort", Juliette Menke aus Bayreuth. Die Schauspielerin, die in der Sporthalle für alle Klassen auftrat, zeigte den Kindern in einem schwungvollen Theaterstück und viel Musik, wie man mit Worten spielen kann. Auch die Wichtigkeit mancher Worte zeigte sie auf. "Als Wörter-Doktor repariere ich täglich viele Worte für Kinder", sagte Juliette Menke in ihrem Stück. Manche Worte, wie zum Beispiel mögen, Freundschaft, Miteinander und Zusammenhalt seien sehr wichtig. "Man muss sie hegen und pflegen!" Schlechte Worte wie Lügen oder Schimpfworte könne man dagegen getrost in Vergessenheit geraten lassen. Mit einem unheimlichen Elan und gesanglicher und schauspielerischer Höchstleistung begeisterte die "Händlerin der Worte" die Kinder. "Ein gelungenes Projekt, dass wir natürlich in den nächsten Wochen weiter verfolgen, wenn auch nicht mehr ganz so intensiv, wie in den vergangenen drei Tagen", sagte Heike Rzepka.

Die "Händlerin der Worte" begeistert mit ihrem Theaterstück rund um wichtige und böse Worte.



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