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28-Jähriger verletzt 30-Jährigen in der Mindener Innenstadt mit zwei Schüssen / Staatsanwalt geht von Notwehr aus

Schnelle Festnahme nach mysteriöser Schussverletzung

Minden (rc). In der Mindener Innenstadt ist am Freitagabend ein 30-Jähriger durch zwei Schüsse schwer verletzt worden. Er wurde im Mindener Klinikum notoperiert und schwebt inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr. Mehrere Stunden nach den Schüssen nahm ein Sondereinsatzkommando den Täter fest, einen 28-jährigen Mindener, der bei der Festnahme noch die Tatwaffe bei sich führte.

veröffentlicht am 08.11.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 15:41 Uhr

Die Vernehmungen ergaben, dass der 28-Jährige offenbar von dem anderen Mann, der aus Uchte stammt, seiner Barschaften beraubt worden war. Aus Angst vor weiteren Übergriffen habe er dann die zwei Schüsse auf den Angreifer abgegeben. Eine Tötungsabsicht bestritt er bei den Vernehmungen durch die Staatsanwaltschaft Bielefeld und die Polizei Minden. Da nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen von einer Notwehrsituation ausgegangen werden müsse, wurde seitens der Staatsanwaltschaft kein Antrag auf Erlass eines Haftbefehls gestellt. Der Mann wurde am Samstagmorgen aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Gegen ihn wird aber weiter wegen des Verstoßes gegen das Waffen- und das Betäubungsmittelgesetz ermittelt.

Der 30-Jährige mit seinen zunächst mysteriösen Schussverletzungen war der Polizei gegen 19. 40 Uhr von mehreren Personen gemeldet worden und dann auf einer Straße am Rande der Innenstadt gefunden worden. Für ihn ging es ins Klinikum, während sich die Polizei um die Aufklärung des Verbrechens kümmerte.

Nach Hinweisen und weiteren Ermittlungen kam als möglicher Tatort ein Mehrfamilienhaus am Königswall in Höhe des Gerichtszentrums in Betracht. Beamte des SEK Bielefeld durchsuchten daraufhin das mehrgeschossige Gebäude, während weitere Polizeikräfte den Bereich großräumig absperrten. Hinweise auf einen möglichen Täter fanden sich zunächst nicht. Speziell ausgebildete Polizeispürhunde zum Auffinden von Munition, Waffen und Sprengstoff suchten derweil die nähere Umgebung erfolglos nach Spuren ab.

Diese ergaben sich erst bei einer genaueren Inaugenscheinnahme einer Wohnung. Hier fanden Kripobeamte Munitionsteile. Außerdem war der 28-jährige Wohnungsinhaber spurlos verschwunden. Was folgte, war eine mehrstündige, intensive Fahndung nach ihm. Schließlich zog sich das Fahndungsnetz immer enger um den Verdächtigen zusammen. Gegen 2.45 Uhr griff dann das SEK an der Friedrichstraße zu. Die Einsatzkräfte überraschten den 28-Jährigen und ließen ihm keine Chance zur Gegenwehr.




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