weather-image
34°
×

Der Historiker Dr. Helge Bei der Wieden ist tot / In 130 Publikationen die Geschichte Norddeutschlands aufgearbeitet

Schönheit und Eigenart Schaumburg-Lippes vermittelt

Bückeburg. Der Bückeburger Historiker Dr. Helge Bei der Wieden ist am vergangenen Sonntag nach langer Krankheit gestorben. Dr. Helge Bei der Wieden hat die historischen Forschungen im norddeutschen Raum und insbesondere in Schaumburg nachhaltig geprägt hat und war als herausragender Historiker ein großes Vorbild. In Anerkennung seiner Leistungen verlieh ihm der niedersächsische Ministerpräsident 1995 den Niedersachsen-Orden.

veröffentlicht am 14.01.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 20:41 Uhr

Helge Bei der Wieden wurde am 4. Juli 1934 in Eitorf/Sieg geboren. Sein Lebensweg führte ihn über Berlin nach Rostock, wo er 1953 sein Abitur ablegte. Anschließend studierte er Geschichte, deutsche und skandinavische Philologie, Philosophie sowie Ur- und Frühgeschichte an den Universitäten Rostock, Göttingen und Freiburg/Br. Das erste Staatsexamen für das Lehramt an Höheren Schulen legte er 1960 in Göttingen ab. Als das zweite 1962 in Osnabrück folgte, war er bereits mit seiner Arbeit über die Wirtschaftspolitik des Fürsten Ernst zum Doktor der Philosophie promoviert worden. Nach vier Jahren Lehrtätigkeit in Cuxhaven ließ er sich 1966 nach Bückeburg versetzen, wo er bis zu seiner Pensionierung am Gymnasium Adolfinum unterrichtete.

Im gleichen Jahr begann er, im Schaumburg-Lippischen Heimatverein ehrenamtlich mitzuarbeiten: 1966 bis 1971 als Bibliothekar, 1967 bis 1974 als Herausgeber der wissenschaftlichen Publikation „Schaumburg-Lippische Mitteilungen“ und 1969 bis 1975 als 1. Vorsitzender. Er ging neue Wege, um auf die Schönheit und Eigenart der schaumburg-lippischen Heimat durch Exkursionen und Vorträge aufmerksam zu machen, insbesondere deren Werte zu vermitteln. Den versierten Historiker berief 1969 die Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen und 1972 die Historische Kommission für Schaumburg. Als sich Ende 1990 die Historische Kommission für Mecklenburg gründete, übernahm er das Amt des 1. Vorsitzenden, das er bis 2002 versah.

Herausragend ist der breite Wissensschatz, den Helge Bei der Wieden mit seinen Publikationen vermittelt. Wir verdanken ihm und seiner intensiven Forschungstätigkeit viele neue, historisch fundierte Erkenntnisse. Es begann 1966, als er die „Schaumburgische Genealogie“ vorlegte; 1969 folgte die „Schaumburg-Lippische Genealogie“: Der Stammtafel der Grafen von Holstein und Schaumburg – seit 1110 und erstmals als Einheit erfasst – schließt sich die der Grafen späteren Fürsten zu Schaumburg-Lippe bis zum Thronverzicht 1918 an. Bis heute sind es über 130 Veröffentlichungen, in denen er sich nicht nur mit der Geschichte Schaumburgs, sondern auch mit der von Mecklenburg, Pommern, Schleswig-Holstein, Hamburg und Lübeck befasst.

„Er hat sich damit bereits zu Lebzeiten selbst ein Denkmal gesetzt. In großer Dankbarkeit verneigen wir uns vor Helge Bei der Wieden“, so Dr. Roswitha Sommer, selbst langjährige Vorsitzende des Heimatvereins und Wegbegleiterin Helge bei der Wiedens.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige