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Tag der offenen Tür am Gymnasium

Schokokuss kurz vorm Platzen: Spannende Physik am Ernestinum

RINTELN. An ihren Grundschulen sind sie die Großen, all die Viertklässler, die am Tag der offenen Tür mit ihren Eltern im Gymnasium Ernestinum herumwandern. Hier, im Getümmel zwischen Info- und Snackständen und den vielen älteren Gymnasiasten, die sie empfangen, gelten sie erst mal wieder als „die Kleinen“, die bald einen Neubeginn wagen.

veröffentlicht am 05.03.2018 um 16:41 Uhr

Im Physikraum wurde vorgeführt, wie sich ein Schokokuss im Vakuum fast bis zum Platzen aufbläht. Foto: cok
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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RINTELN. Mitte März steht die Entscheidung darüber an, welche Schulform für welche Schüler die Richtige ist. Angst will ihnen aber niemand machen, im Gegenteil: Der jährliche Tag der offenen Tür ist eine Art Schulfest zu Ehren der jungen Besucher, mit Musik der „Swing Kids“, mit einer Tanzvorführung und mit unzähligen geöffneten Klassenräumen, in denen Lehrer und Schüler zeigen, was die Neuen am Ernestinum erwartet. „Es gibt ganz viele Dinge, auf die wir hier stolz sind“, meinte Schulleiter André Sawade in seiner Begrüßungsrede. Er weiß, dass manche Eltern sich Sorgen machen, ob ihre Kinder mit dem Schulübergang gut klarkommen werden. Das Stichwort dafür war: „Der sanfte Übergang zum Ernestinum“.

Lehrerin Kirstin Sievers gehört zu denen, die Elternfragen zum Thema beantworten. „Ja, die hier geforderte Selbstständigkeit fällt den neuen Schülern erfahrungsgemäß oft ganz schön schwer“, sagt sie. „Deshalb übernehmen wir zuerst auch Elemente aus dem Grundschulunterricht.“ Trotzdem bleibe es eine große Herausforderung für die Grundschüler, dass sie bald viel eigenständiger arbeiten werden, als sie es gewohnt waren. „Das beginnt schon damit, die Aufgaben selbst zu lesen und nicht darauf zu warten, dass sie vorgelesen werden.“

Letztlich liegt die Entscheidung für oder gegen das Gymnasium bei den Eltern, unabhängig davon, welche Schulempfehlung ein Kind erhält. „Doch sollte man sich seiner Verantwortung bewusst sein und eine Empfehlung zum Beispiel für die IGS nicht ignorieren“ so Kirstin Sievers. Es sei kein so toller Einstieg in die zukünftige Schullaufbahn, wenn überforderte Kinder dann doch die Schule wechseln müssten und das meistens als Niederlage empfänden.

Die Angebote, die das Ernestinum machen kann, sind eindrucksvoll. In der Unterstufe gibt es Leseförderung, bilingualen Englischunterricht und die Möglichkeit, sich für eine Bläserklasse zu entscheiden. Später dann, ab der achten Klasse, stehen weitere Entscheidungen an, etwa für den Spanischunterricht oder andere Wahlpflichtkurse wie Informatik oder Naturwissenschaften. Auch darum ging es an diesem Tag. „Komm zu Spanisch“, so war es auf Wandzetteln zu lesen, oder: „Hier geht’s zu Physik“.

Nicht nur die Fachlehrer, auch die Schüler machten überall Werbung für ihre Lieblingsfächer. „Es ist eigentlich immer so, dass unsere Schüler sich darum reißen, ihre Sache vorzuführen“, meinte Sawade im Gespräch mit unserer Zeitung. Im Physikraum zum Beispiel wurde vorgeführt, wie sich ein Schokokuss im Vakuum bis fast zum Platzen aufbläht; die Theater-AG lud zur einer öffentlichen Probe ein; die Informatiker stellten einen 3-D-Drucker vor, und im Erdkunderaum wurde für die Welthungerhilfe gebacken.

Auch die Schulbibliothek präsentierte sich mit Buchverkauf im „Büchercafé“ als wichtigen Anlaufpunkt für alle Ernestinum-Schüler. Leiterin Berit Grallert ist richtig begeistert, wie sehr die Schüler sich insgesamt engagieren, um ihre Schule im besten Licht dastehen zu lassen. „Sie haben sogar freiwillig die Flurfenster der Bibliothek geputzt“, sagt sie.




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