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Katholiken gründen Förderverein für ihre Lauenauer Kirche / Start mit mehr als 40 Mitgliedern

Schon etliche Aufnahmeanträge angefordert

Lauenau (nah). Die Initiative zum Erhalt der katholischen St.-Markus-Kirche in Lauenau steht auf festen Füßen: Nach einem Aufruf zur Gründung eines Fördervereins mit dem Ziel, die laufenden Betriebskosten für das Gotteshaus aufzubringen, kamen jetzt 40 Personen im Pfarrheim zusammen. Sie zögerten nicht: Einzeln oder gleich für die Familie erklärten sie ihre Mitgliedschaft. Im Nu waren die Satzung beschlossen und ein Vorstand gewählt.

veröffentlicht am 09.07.2008 um 00:00 Uhr

Schon gleich nach Bekanntwerden von Plänen des Bistums Hildesheim, mehr als 80 Kirchen aus Kostengründen zu schließen (wir berichteten), hatten sich hiesige Katholiken konkreten Überlegungen gestellt: "Wenn wir untätig bleiben und den Plänen aus Hildesheim ihren Lauf lassen, wird unsere Kirche geschlossen", warnten sie in einem Rundschreiben. Lauenau ist als Filiale in der in Bad Nenndorf ansässigen Pfarrgemeinde besonders gefährdet. Hier sollen schon 2009 keine laufenden Aufwendungen mehr aus der Bistumskasse bezahlt werden. Aber auch die Zukunft der weiteren Filialkirche in Rodenberg ist ungewiss. Dort stellt sich die Schließungsfrage spätestens bei einer aufwendigen Reparatur des Gebäudes. Gegen diese Einstufungen wendet sich die Pfarrgemeinde, die in diesen Tagen eine gemeinsame Stellungnahme von Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat dem Bischof vorlegen will. Doch die Lauenauer Initiatoren wollten so lange nicht mehr warten und selber ein Zeichen setzen: "Wenn nur 60 Mitglieder jeden Monat zehn Euro spenden, bekommen wir die Kosten für die Unterhaltung der Kirche zusammen", rechneten sie vor und formulierten eine Satzung, der das Finanzamt zwischenzeitlich bereits zugestimmt hat: Die Gemeinnützigkeit wird anerkannt. Doch zuvor waren die fälligen Gründungsformalitäten zu erledigen. Die 40 Anwesenden wählten einmütig den Lauenauer Karl-Heinz Strecker, der auch dem Kirchenvorstand angehört, zum Vorsitzenden. Stellvertreterin ist Evelyn Sawade-Weihe aus Feggendorf. Reinhard Langer (Apelern) führt die Kassengeschäfte; Marlene Lehmann (Lauenau) erledigt den Schriftverkehr. Aus mehreren Kandidaten wurden als Beisitzer Maria Fichte, Roswitha Schölzel und Krystian Jagiela (alle Lauenau) gewählt. Mit der Satzung legten die Mitglieder die Beiträge fest. Einzelpersonen zahlen monatlich fünf oder jährlich 50 Euro; Familien entsprechend zehn oder 80 Euro. Von Schülern und Studenten werden jährlich 20 Euro erbeten; juristische Personen zahlen 100 Euro. Ausdrücklich aber lässt die Satzung persönliche Entscheidungen offen: "Höhere Beiträge sind möglich und erwünscht", heißt es. Zugleich aber wird die Möglichkeit einer geringeren Summe eingeräumt, sofern Personen den Mindestbeitrag nicht aufbringen können. Der Fördervereinsvorstand wird demnächst in einer ersten Sitzung über weitere Maßnahmen nachdenken, die Kasse zu füllen. Außer Spendenaufrufen könnten dies besondere Aktionen sein. Zudem soll die Mitgliederwerbung fortgesetzt werden. Es gibt bereits Aufkleber und eine Fotomontage, die die teilweise Zerstörung des vor 45 Jahren errichteten Gotteshauses zeigt. Vorsitzender Strecker hat zudem aufmerksam registriert, dass die Katholiken-Initiative über konfessionelle Grenzen hinaus auf enorme Aufmerksamkeit zu stoßen scheint: "Es sind schon etliche Aufnahmeanträge angefordert worden", berichtete er bereits vor der Gründung. Jetzt, da alle Formalitäten erledigt sind, dürfte sich dies noch fortsetzen.




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