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Grüne nehmen Verkehrssituation für Radfahrer unter die Lupe

Schon viel erreicht – noch viel zu tun

Bückeburg. Nicht auf Schusters, sondern auf Radlers Rappen haben sich Bürgermeister Reiner Brombach und zahlreiche Mitglieder des Stadtverbands Bückeburg der Grünen auf eine kleine Rundfahrt durch Bückeburg begeben. An sieben innerstädtischen Haltestationen sollte dabei in Augenschein genommen werden, was in Sachen Fahrradfreundlichkeit bereits erreicht wurde und was noch in Angriff genommen werden sollte. Dabei handelte es sich ausdrücklich um eine öffentliche Radtour, bei der allen interessierten Bürgern die Möglichkeit gegeben werden sollte, sich zu Problemen und Fragestellung rund um das Thema Radfahren in Bückeburg zu äußern.

veröffentlicht am 10.09.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:41 Uhr

Eingeladen zu der Tour hatte der Stadtverbandsvorsitzende Wilhelm Klusmeier. Einen kleinen Überblick über die Orte, die an diesem Tag angesteuert und deren Problemstellungen besprochen werden sollten, gab am Startpunkt auf dem Bückeburger Marktplatz Diplomingenieur Rainer Dargel, Mitglied der Planungsgemeinschaft Verkehr Dargel-Hildebrandt aus Hannover, die im Juni den Entwurf eines Radverkehrskonzepts für die Stadt vorgestellt hatte. „Hier in Bückeburg ist wirklich schon außerordentlich viel für den Radverkehr passiert“, so Dargel, „aber genau so viel gibt es weiterhin.“ Als besonders positives Beispiel nannte der Planer die Einrichtung und Ausweisung der Schaumburger Landtour, die sich inzwischen bei heimischen Radfahrern einer enormen Beliebtheit erfreue.

Der erste Haltepunkt des Nachmittags lag nur wenige Meter vom Startpunkt entfernt am Sablé-Platz, wo es seit etwa einem Jahr eine neue zentrumsnahe Abstellanlage für Fahrräder inklusive Aufladestation für E-Bikes gibt. Direkt dahinter schloss sich bereits der erste „Juckepunkt“ an: Die Trompeterstraße ist derzeit, da Einbahnstraße, für Radfahrer nur in Richtung Osten befahrbar, da auf keiner Seite ein Radweg zur Verfügung steht. Fahrradfahrer, die in die Gegenrichtung wollen, weichen oftmals auf den Bürgersteig aus. Hier befürwortet das Radverkehrskonzept eine Freigabe für den Radverkehr in beide Richtungen.

Noch etwas kritischer ist die Situation im Totenweg: Dieser Weg wird häufig von Radfahrern benutzt, obwohl er laut Beschilderung Fußgängern vorbehalten ist. Zwei Bückeburgerinnen berichteten, sie seien häufig beim Passieren des schmalen Fußwegs zwischen Unterwallweg und Schwenstraße mit dem Fahrrad von älteren Fußgängern heftig beschimpft und sogar am Lenker festgehalten worden, um am Radfahren gehindert zu werden.

Konfliktträchtig ist auch die Situation in der Fürst-Ernst-Straße zwischen Ulmenallee und Oberwallweg: Hier kommen sich morgens und um die Mittagszeit Autofahrer, die ihre Kinder zur Schule bringen oder von dort abholen, und andere Verkehrsteilnehmer ins Gehege.

Radfahrer, so der Erfahrungsbericht eines Betroffenen, würde häufig durch am Fahrbahnrand haltende Eltern abrupt ausgebremst oder zum riskanten Ausweichen in die Fahrbahnmitte und damit möglicherweise in den Gegenverkehr gezwungen. „Viele Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen, beschweren sich über die unsichere Verkehrslage in diesem Bereich, dabei sind sie selbst es, die diese Situation hervorrufen“, erklärte Rainer Dargel. Der Entwurf des Radverkehrskonzepts sieht daher die Ausweisung dieses Teilstücks der Fürst-Ernst-Straße als Fahrradstraße inklusive einer Wirksamkeitskontrolle vor.

Weitere Ziele der radelnden Grünen waren an diesem Nachmittag die Petzer Straße und die Rintelner Straße. Auf der Rintelner Straße kommen sich trotz vorhandenen Radwegs Radfahrer, Fußgänger und parkende Autos ins Gehege. Auf der Petzer Straße gibt es stadtauswärts für Radfahrer Probleme durch eine unstetige Verkehrsführung, mangelnde Fahrbahnbreiten und fehlenden Querungshilfen.

Dies gilt auch für die Kreuzung Petzer Straße, Friedrich-Bach-Straße und Mindener Straße, wo für stadtauswärts fahrende Radfahrer eine Querung fehlt. Westlich der Rintelner Straße dann nahmen Bürgermeister und Grüne die neu eröffnete Brücke über die Bundesstraße 83 in Augenschein, die nach langer Sperrung seit einigen Wochen Fußgängern und Radfahrern wieder die Möglichkeit bietet, von den Hofwiesen ins gegenüberliegende Kleinenbremen zu gelangen. jp




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