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„Zweimann-Kapelle“ gefällt Publikum auf Schloss Baum

Schrappen mit Taktgefühl

Rusbend. „Wir sind in der Welt zu Hause und spielen jetzt einen französischen Walzer“, sagte Wolfgang Voss von der „Zweimann-Kapelle“. Gemeinsam mit Andreas Prante hat er mit seinem eigentümlichen Waschbrett das Publikum im Jagdsaal von Schloss Baum sofort in den Bann gezogen. „Eigentlich bin ich Schlagzeuger; aber ich wollte etwas Originelles machen“, erzählte er.

veröffentlicht am 22.01.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:41 Uhr

Sein Instrument ist aus den 1930er Jahren, mit vielem Zubehör wie einer Fahrradklingel, Kuhglocken, einer Hupe, Basstrommel, Telefonglocke und kleinen Trommeln. „Ich spiele mit Fingerhüten“, so der Musiker. Dazu zählt ebenfalls eine Waschbrettkrawatte. Die Zweimann-Kapelle wurde 2007 bei einem Casting in Hannover für das GOP-Varieté-Theater entdeckt. Sie spielten Konzerte in München, Essen, Münster und Bad Oeynhausen.

Nach einer Tournee entdeckten Wolfgang Voss und Andreas Prante, der Akkordeon spielt, Louisiana Songs und Traditionals mit englischen und französischen Texten sowie Blues-Klassiker und Instrumentals für sich und gaben diesen Stücken ihren ganz eigenen und unverkennbaren Stil.

„Wir machen jetzt einen Ausflug nach Südamerika.“ Gesagt, getan. Mit viel Rhythmus und Temperament nahm das Duo die Zuhörer mit auf die Reise.

Mit brillanter Virtuosität beherrscht Andreas Prante das Akkordeon. Außerdem spielt er nebenbei noch ein digitales Midi-Bass-Instrument, welches für einen typischen Sound sorgt. Eine Holzkiste, die zu einer kleinen Orgel mit Celesta-Sound umgebaut wurde, gehört ebenfalls zum Instrumentarium. Wolfgang Voss ist hingegen Spezialist im sogenannten Schrappen. Gemeint ist damit natürlich sein einzigartiges Schlagwerk, welches er mit viel sinnlicher Präzision bedient.

Das Publikum wird stets mit einbezogen. So auch bei diesem Konzert, mit einem Waschbrett aus Metall versehen sowie Löffeln in der Hand, fanden sich einige Zuschauer auf der Bühne wieder. Danach ging es los: Schrappen im Takt; Swing, Blues, Polka, alles ist damit möglich. Wolfgang Voss ist nach wie vor fasziniert von Waschbrettern: „Ich sammle die und habe 250 ganz unterschiedliche Exemplare davon im Keller.“ Die Konzertbesucher waren ebenfalls beeindruckt. „Einfach genial“, sagte Thea Hanke aus Obernkirchen, die sich in einer Pause das besondere Schlagzeug näher angesehen hat. Dem kann sich Veranstalter Klaus Harms nur anschließen. Er freut sich schon auf die nächsten Veranstaltungen im Schloss Baum.

Hinweis: Am Sonntag, 8. Februar, um 18 Uhr ist „Liederzeit“: Lieder im Stil klassischer Liedermacher. Eine Lesung mit Peter von Sassen zu Wilhelm Busch ist für Sonntag, 22. März, um 18 Uhr geplant.tla

Mit einem Waschbrett aus Metall versehen sowie einem Löffel in der Hand, fanden sich einige Zuschauer auf der Bühne wieder. Danach ging es los: Schrappen im Takt.tla




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