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Vor Gericht: Verfahren gegen Handwerker wegen Diebstahls eingestellt / Verteidiger: „Pech gehabt“

Schrott aus Firma mitgenommen: Geldbuße

Rodenberg/Stadthagen (menz). Mal ist es in letzter Zeit die Schmierwurstschnitte gewesen, die Schlagzeilen gemacht hat, mal ein Brötchen mit, mal ein Brötchen ohne Hackfleischbällchen. Im selben Lichte hat ein Verteidiger auch das Verhalten seines Mandanten gesehen. Das Verhalten war jetzt Gegenstand eines Strafverfahrens vor dem Amtsgericht Stadthagen. Diebstahl in drei Fällen warf die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten vor. Zwei Fuhren Metallschrott und zwei Gravurmaschinen sollte der Handwerker aus seiner Firma in Rodenberg gestohlen haben. Auf Vorschlag von Strafrichter Kai-Oliver Stumpe einigten sich die Beteiligten auf die Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße von 1000 Euro.

veröffentlicht am 30.11.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 22:22 Uhr

Die gütliche Einigung kostet den gelernten Tischler zwar fast einen Monatslohn, dafür bleibt der bislang nicht vorbestrafte Mann weiterhin ohne Eintrag im Strafregister – und das Führungszeugnis bleibt ebenfalls makellos. Den Weg für diese Lösung hatte der Strafrichter mit einer Einschätzung der Aktenlage bereitet. Stumpe bilanzierte, dass dem Angeklagten ein Diebstahl der Werkzeuge kaum nachzuweisen sei. Dafür gebe es nur „eine Indizienkette, die man so oder so auslegen“ könne, sah der Richter eine „dünne Beweislage“. Ein möglicher Freispruch in diesem Anklagepunkt zeichnete sich ab.

Völlig anders sah es bezüglich der anderen Vorwürfe aus, die wurden von dem 37-Jährigen auf der Anklagebank auch gar nicht bestritten. Der Mann hatte den Metallschrott in aller Öffentlichkeit abgefahren, „nicht heimlich wie ein Dieb“, wehrte sich der Rechtsanwalt gegen die strafrechtliche Einordnung des Handelns. „Pech gehabt“, habe sein Mandant und sei „reingefallen“, urteilte Rechtsanwalt Axel Buddecke über die Umstände. Er monierte, das Altmetall sei ohnehin für die Schrottverwertung vorgesehen gewesen und hätte „gegen Wert“ entsorgt werden müssen.

Der Tatbestand des Diebstahls sei erfüllt, bilanzierte dagegen der Richter die Rechtslage. Den Vergleich mit dem „klassischen Brötchenfall“ scheute Kai-Oliver Stumpe, auch wenn man die Metallspäne durchaus als „Müll“ bezeichnen könne, habe der Schrott Wert gehabt. Es sei zwar „eine Schweinearbeit“, das Metall zu sortieren, aber man könne auch damit etwas verdienen.

In der Anklageschrift waren die Erlöse aus dem Altmetall auf 500 Euro im einen und auf 325 Euro im anderen Fall beziffert worden.

Inzwischen hat der Handwerker eine neue Arbeitsstelle und die arbeitsrechtliche Auseinandersetzung mit dem damaligen Arbeitgeber aus Rodenberg hat sich auch erledigt.




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