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Landkreis und Blindow-Schulen intensivieren Kooperation bei der Gewässer-Untersuchung

Schüler arbeiten nicht für den Papierkorb

Bückeburg (jp). Ein wegweisendes Projekt zur Untersuchung und Überwachung von Ökosystemen haben die Dr.-Kurt-Blindow-Schule Bückeburg und der Landkreis Schaumburg auf den Weg gebracht. Die bereits seit drei Jahren bestehende Zusammenarbeit bei der Ausbildung zum Biologisch-Technischen Assistenten (BTA) und zum Chemisch-Technischen Assistenten (CTA) wird von diesem Jahr an intensiviert und erhält formell den Charakter eines konkreten Kooperationsprojektes. Vertreter des Landkreises und der Schule unterzeichneten dazu jetzt im Palais die dafür erforderlichen Vertragsunterlagen.

veröffentlicht am 24.01.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 03:41 Uhr

Die Aktivitäten zur Gewässergüteuntersuchung im Landkreis Schaumburg im Rahmen des Schulunterrichts an der Dr.-Kurt-Blindow-Schule waren vor vier Jahren maßgeblich von Diplom-Biologin und Lehrerin Eva von Löbbecke auf den Weg gebracht und von Dr. Jörg Oetting, Fachbereichsleiter Chemie, unterstützt worden. Schon damals wurde der Kontakt mit dem Landkreis Schaumburg hergestellt, um mit der unteren Wasserbehörde und der unteren Naturschutzbehörde den Bedarf solcher Untersuchungen abzustimmen und regelmäßig Ergebnisse vorzustellen.

Bislang wurden innerhalb der Ausbildung zum BTA und zum CTA jeweils im Frühjahr punktuell bestimmte Gewässer im Landkreis Schaumburg und Umgebung überprüft. Diese sowohl zeitlich wie örtlich punktuellen Untersuchungen sollen im Rahmen des Kooperationsprojektes jetzt auf das ganze Jahr ausgedehnt und noch enger zwischen beiden Partnern abgestimmt werden. Untersucht werden sollen im Rahmen des Kooperationsprojektes nicht nur die Gewässer selbst, sondern auch Umgebung und Gewässerumfeld, Rand- und Uferbereiche, die Aue, Pflanzen und Tierwelt oder die Nährstoffsituation benachbarter landwirtschaftlicher Flächen. Während die chemische Untersuchung der Gewässer dabei überwiegend den momentanen Zustand widerspiegelt, bilden die biologischen Überprüfungen den Langzeitzustand ab.

Jörg Oetting: „Für Landkreis und Schule ist das Ganze eine Win-Win-Situation. Wir bieten unseren Schülern absolut praxisnahen Unterricht, und der Landkreis erhält die Ergebnisse von Untersuchungen zur Verfügung gestellt und kann darauf seine eigenen Maßnahmen viel besser abstimmen.“

Dies sieht auch Martina Engelking, Leiterin der unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Schaumburg, so: „Für uns ist dieses Projekt von besonderem Interesse, da es über mehrere Jahre läuft. Wir selbst könnten einen solchen Umfang an Gewässerüberwachung personell gar nicht leisten.“ Nach wie vor werden allerdings nicht alle, sondern nur ausgewählte Gewässer des Landkreises in das Projekt einbezogen.

Laut Landkreis-Baudezernent Fritz Klebe kommt seine Behörde damit in die Lage, die Ergebnisse und Auswirkungen bestimmter Maßnahmen, wie beispielsweise Renaturierungen, viel effektiver zu überwachen: „Für die Baggerarbeiten ist nämlich meistens Geld da, für das nötige anschließende Monitoring und Controlling aber nicht.“ Das gebe auch zusätzlich einen enormen Motivationsschub für die beteiligten Schüler der Dr.-Kurt-Blindow-Schule. Jörg Oetting: „Die wissen, dass sie für einen konkreten Zweck arbeiten und nicht für den Papierkorb.“

Kreisbaudezernent Fritz Klebe (l.) und Blindow-Schulleiter Rüdiger Maxin (sitzend) unterzeichnen den Kooperationsvertrag, dahinter stehend die Leiterin der unteren Naturschutzbehörde, Martina Engelking, und Biologie-Lehrerin Eva von Löbbecke.

Foto: jp




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