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Jahrgang 13 des Ernestinum begeistert mit satirischem Parforce-Ritt

Schüler bescheren Eltern und Gästen Déjà-vus der eigenen Schulzeit

Zum Abi-Kulturfest hatten sie geladen, die Schüler des 13. Jahrgangs des Rintelner Gymnasiums Ernestinum, und aus allen Richtungen kamen Eltern und Anverwandte, Freunde und Lehrer. Dass schon nach etwa einer Viertelstunde der Bär steppen würde, das hatte sich wohl niemand träumen lassen. Dabei wurden alle von drei Stewardessen mit professionellem Singsang gewarnt, und es hätte bereits hier eine leichte Ahnung aufkommen können, dass die Besucher gleich abheben würden zu einem Flug durch die Déjà-vus der eigenen Schulzeit mit all' ihren Widrigkeiten. Und dann kamen sie - mitten aus dem Publikum - die "neuen Siebtklässler", leicht verschüchtert: Ernest I Num (!), Elisabeth von Abendrot, Leonie Lichtenstein, Angie Sonnenbrink, Claudia Engelmann, René Pascal Kaiser, Andreas Dudenkopf, Mandy Mölling, die "kleine" Gabi und schließlich Rainer Zufall, der vielleicht nicht unbedingt eine Empfehlung der OSt vorweisen konnte, dafür jedoch einen unübersehbaren Kinnbart, was denn auch prompt die ersten Gluckser aus dem Publikum hervorbrachte. Eine Stimme aus dem Off: "Und nun werden die einzelnen Schüler in ihre zukünftigen Klassen geführt." Licht aus, Spot an: Der Schüler an sich - seine Erscheinungsform, seine Accessoires bis hin zur Brotdose (Vitamine!) - hinreißend erklärt von der zauberhaften Maria Gascoigne. Und dann zwei Wochen später: Bambule an der Schule! Ehemals Schüchterne, auf wundersame Weise mutiert; Keilerei im Klassenzimmer, und schließlich landet Andreas Dudenkopf im Mülleimer. Und da bleibt er denn auch (herzzerreißend: Florian Schreiner als verschüchterter Außenseiter) - als "running gag" sozusagen - über die gesamten drei megaunterhaltsamen Stunden hinweg. So mancher Tutor wurde liebevoll auf die Schippe genommen; da wurden sämtliche Schulhof-Grüppchen absolut treffend persifliert, stimmig im Outfit, im Slang, in Mimik und Gestik. Zwar waren die routinierten Urgesteiner der TimE-Theatergruppe, Katharina Gerhardt, Angela Höller (beide souverän in allen Rollen wie eh und je) und Philip Klose, es wohl mittlerweile gewohnt, im grellen Rampenlicht zu stehen, doch für die anderen Mitwirkenden waren diese intensiven Herzklopf-Momente sicherlich die ersten in ihrem jungen Leben, und somit gebührt ihnen unser besondererRespekt - gerade auch deshalb, weil sie sich davon rein gar nichts anmerken ließen, und man fragte sich unwillkürlich, insbesondere bei Jan Struckmeier und bei Florian Richter, warum die nie in der Theater-AG waren. "Schließlich wollten wir die Leistungen unseres Vorgänger-Jahrgangs noch toppen", so die beiden Initiatoren dieses köstlichen Spektakulums, Philip Klose und Maria Gascoigne. Dass ihnen dies gelungen ist, steht außer Zweifel; gerade auch deshalb, weil sie den überaus musikalischen Benjamin Koller als Leiter gewinnen konnten. Permanenter Zwischenapplaus und "Standing Ovations" waren der wohlverdiente Lohn der wochenlangen Vorbereitungen. Eltern, die solche Kinder großziehen und Pädagogen, die solche Menschen formen, können nicht allzu viel falsch gemacht haben.

veröffentlicht am 29.03.2007 um 00:00 Uhr

Ein Terzett gestandener junger Mannsbilder (Florian Schreiner, J

Autor:

Wolfgang Michael Schneider
Rinteln.

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