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Stadtschule verabschiedet die Absolventen der Haupt- und Realschule / Mehr von Eltern erwartet

Schüler verlassen "Betonklotz" mit Wehmut

Rodenberg (bab). 170 Schüler der Haupt- und Realschule in Rodenberg sind am Freitag von der Schule verabschiedet worden. Nicht nur Leistung, auch das Verhalten innerhalb der Gemeinschaft zählt zu den Dingen, die die Schule den Absolventen mit auf den Weg geben wollte.

veröffentlicht am 07.07.2008 um 00:00 Uhr

Daniel Devriel, der den letzten Schultag aus Sicht der Schüler schilderte, brachte es in seiner Rede auf den Punkt. Obwohl manch einer die Schule oft als anstrengend und sogar lästig empfunden hat, kommt beim Abschied Wehmut auf. Es sei ihm bewusst geworden: Es sei der letzte Tag, an dem er die vertrauten Treppen hinuntergehe, der letzte Tag, an dem er über den Schulhof laufe oder an der "Futterkiste" in der Schlange stehe. Aber nicht nur die Umgebung sei vertraut geworden. Die Schule sei ein willkommener Treffpunkt gewesen, an dem Freundschaften geknüpft und Klassengemeinschaften gebildet wurden. Selbst die Lehrer hätten sich am Ende als ganz nette Menschen entpuppt. "Ich weiß jetzt schon, dass ich diesen Betonklotz vermissen werde", endete Devriel. Angesichts der Zukunft, die der stellvertretende Schulelternratsvorsitzende Herbert Zimmermann zeichnete, werden die Schüler tatsächlich noch lange an die Schulzeit zurückdenken. "Der neue Lebensabschnitt ist um ein vielfaches schwieriger als der abgeschlossene", bereitete er die Abgänger auf ihre Perspektiven vor. "Die Arbeitswelt ist rauer als Schule." Zimmermann riet den Schülern, sich auf lebenslanges Lernen einzustellen. "Wer aufhört zu lernen, hat schon verloren", warnte Zimmermann der nach sechs Jahren sein Amt im Elternrat abgab. Seine Bilanz veranlasste ihn, die Eltern aufzufordern, sich stärker einzubringen. Er bemängelte die mangelnde Teilnahme der Eltern in den Gremien und rief zu stärkerem Engagement auf. "Wir sollten über Elternarbeit nachdenken", sagte er an die Adresse der Schule und an die der Eltern: "Werden Sie aktiver, helfen Sie dieser Schule." Die Schulleiterin Brigitte Naber dankte den Eltern des Jahrgangs für den kritischen Blick auf die Arbeit der Schule, dies habe das Kollegium motiviert. Ihr Hauptaugenmerk lag aber auf den Abgängern, die sich in diesem Jahr - frei nach Stiftung Warentest - als "Testsieger 2008" bezeichneten. "Alle Schüler sind Testsieger", bescheinigte sie dem Jahrgang. Die Noten seien aber nur ein Teil der Leistung. Eigenschaften wie Belastbarkeit, Teamfähigkeit, Kritikfähigkeit, Selbstdisziplin, Mut, Akzeptanz unterschiedlicher Persönlichkeiten und der Umgang mit Misserfolg und Druck gehörten zu den Dingen, die ebenfalls in den vergangenen Jahren getestet worden seien. Die Schule zeichnete deshalb nicht nur die Schüler mit dem besten Notendurchschnitt aus, sondern auch jene, die sich durch gemeinschaftsförderndes Verhalten hervorgehoben hatten. Im Übrigen sei ein gutes soziale Klima auch der beste Nährboden für erfolgreiches Lernen. Für den weiteren Lebensweg riet Naber den Schülern, sich auf die großen, wichtigen Dinge im Leben zu konzentrieren. Platz für die kleineren, unbedeutenderen sei dann immer noch genug.




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