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Kreisschützenverband sieht seinen Sport zu Unrecht am Pranger

Schützen: Alle Waffen im Schrank

Lauenau (nah). Bevor das Waffenrecht weiter verschärft wird, sollten geltende Bestimmungen überwacht werden, forderte der Vorsitzende des Kreisschützenverbandes Deister-Süntel-Calenberg, Wilfried Mundt, auf dem Verbandstag in Lauenau. „Die Schützenvereine“, so erwartet er, „haben ihre Hausaufgaben erledigt“.

veröffentlicht am 15.03.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 15:41 Uhr

Beim Stichwort Winnenden stöhnte mancher Schützenbruder im Lauenauer „Sägewerk“ halblaut auf. Fast jedes Grußwort zum Auftakt der Traditionsveranstaltung beschäftigte sich mit den Folgen des Amoklaufs vor einem Jahr. Der Vizepräsident des Niedersächsischen Sportschützenverbands (NSSV), Jürgen Sienk, berichtete zwar von „schlechten Ergebnissen“ bei unvermuteten Kontrollen in bayerischen Schützenhäusern. Mundt indes zeigte sich überzeugt, dass in hiesigen Vereinen die geforderten Aufbewahrungskonzepte für Waffen eingehalten werden: Sie halten ihre Waffen in vorschriftsmäßigen Schränken unter Verschluss.

Der Schaumburger SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy brach sogar eine Lanze für die organisierten Schießsportler: Er sehe gerade die Schützen wie auch andere Vereine in einer wichtigen Rolle, junge Menschen einzubinden statt sie zu isolieren: „Weil Schützenvereine Bündnispartner für Jugendarbeit sind, müssen wir die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.“ Dass der Schießsport im Kreisverband dank junger und erwachsener Talente und einer großen Anzahl von Betreuern Erfolge erzielt, ist für Mundt gerade vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Diskussion wichtig: „Sie sind es, die uns über die Kreisgrenzen hinaus positiv in die Schlagzeilen bringen.“ Allerdings weisen die Mitgliederzahlen der angeschlossenen 34 Vereine zwischen dem Schützenverein im Auetaler Ortsteil Hattendorf im Westen und dem SSV „Horrido“ Jeinsen ganz im Osten ständig sinkende Zahlen auf. Momentan gibt es noch 3405 Mitglieder – 445 weniger als noch vor sieben Jahren.

Deshalb verlangt der Kreisvorsitzende eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit: Mit „Tagen der offenen Tür“ könnten Vereine zusätzlich zu einer positiven Außendarstellung vielleicht auch den Abwärtstrend stoppen.




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