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Harsche Worte vom Vorsitzenden Manfred Fette auch zum Waffenrecht

„Schützen in die Rassismusecke gedrängt“

Bückeburg. Der Vorsitzende des Rusbender Schützenvereins, Manfred Fette, sieht schwere Zeiten auf die Schützenvereine zukommen. „Es grummelt gewaltig in der Politik gegen die Schützenvereine“, merkte er kritisch auf der Jahresversammlung seiner Rusbender Grünröcke an. Zwar seien Schützenvereine generell durch ihre Satzungen verpflichtet, sich nicht politisch zu betätigen. „Aber es gibt bestimmte Dinge, die müssen einfach mal gesagt werden.“

veröffentlicht am 19.02.2013 um 14:58 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:41 Uhr

Als ebenso sachlich falsch wie in ihren Auswirkungen verheerend erachtet Manfred Fette die in bestimmten politischen Bereichen herrschenden Vorurteile über angeblichen Sexismus, Rassismus und Militarismusverherrlichung in den Schützenvereinen. Aus ihnen resultiere die Forderung, die Sportförderung des Landes Niedersachsen nur noch solchen Vereinen zukommen zu lassen, die – so die wörtliche Formulierung aus einem entsprechenden politischen Forderungskatalog – „antirassistische Strategien entwickeln und umsetzen sowie Sexismus und Para-Militarismus aktiv bekämpfen.“ Er wehre sich entschieden gegen Vorwürfe dieser Art, so Manfred Fette. „Aber derartige Vorurteile kommen aus einer Ecke, wo die Leute sowieso die Ohren auf Durchzug stellen, wenn es um Schützenvereine geht.“ Damit dürfte der Vereinsvorsitzende vor allem auf den Landesvorstand der Grünen Jugend Niedersachsen angespielt haben, der am 27. Juni 2012 in einer Pressemitteilung den Schützenvereinen Sexismus, Homophobie und Nähe zum Rechtsextremismus vorgeworfen hatte.

Als fatal erachtet Manfred Fette auch die jüngsten Vorschläge zur Verschärfung des Waffenrechts. So wurde der Bundesregierung vom Bundesrat ein Gesetzentwurf zugeleitet, der unter anderem bei der regelmäßigen Zuverlässigkeitsprüfung von Waffenbesitzern eine Einholung von Informationen durch die Genehmigungsbehörden nicht nur beim Bundeszentralregister, beim zentralen staatsanwaltlichen Verfahrensregister sowie den örtlichen Polizeidienststellen, sondern zusätzlich auch bei den Verfassungsschutzämtern vorsieht. „Bislang waren die Verfassungsschutzämter außen vor“, so Manfred Fette. „Mit so einem Schritt werden alle privaten Waffenbesitzer potenziell in eine rechte, braune Ecke gerückt.“ Vorschläge dieser Art geisterten bereits seit letztem Jahr durch die politischen Gremien, ihre Verwirklichung rücke aber jetzt durch den Wahlsieg von Rot-Grün in Niedersachsen in greifbare Nähe.

Unheil droht den Schützenvereinen auch durch die Möglichkeit einer neuen Waffensteuer und einer neuen Waffenkontrollgebühr, über die in einer Arbeitsgruppe der nördlichen Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern beraten, bislang allerdings noch keine Einigkeit erzielt wurde. Zu Kontrollgebühren von rund 200 Euro könnten dadurch zusätzlich auch noch Steuern von bis zu 300 Euro kommen. „Und zwar pro Jahr und pro Waffe“, wie Manfred Fette betonte. „Es ist wirklich hanebüchen, was dort an Vorschlägen auf den Tisch kommt.“

Zwar gebe es berechtigte Hoffnungen, dass zumindest die geplante massive Besteuerung privater Waffen juristisch scheitern könne, aber: „Es gibt dann immer Mittel und Wege, das wieder auszuhebeln und das Geld auf anderem Wege hereinzuholen. Politiker, die so etwas beabsichtigen, sind da grundsätzlich sehr erfinderisch.“ Und das sei erst der Anfang, malte Manfred Fette die finsteren Perspektiven für die norddeutschen Schützen aus. „Vorschläge wie die Abschaffung aller Feuerwaffen, beginnend mit den Großkaliberwaffen, oder das Schießen nur noch mit Lichtpunktwaffen liegen auch noch in den Schubladen der Politiker.“

Unbequemes hatte Manfred Fette aber auch seinen Vereinsmitgliedern ins Stammbuch zu schreiben. Heutzutage seien viel zu wenige Menschen bereit, sich in Sportvereinen zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen: „Hier muss ein gewaltiges Umdenken erfolgen. Es kann nicht sein, dass von den Mitgliedern immer nur gefordert und nichts zurückgegeben wird.“ Konkrete Bereitschaft zu mehr Engagement wünscht sich Manfred Fette vor allem bei den in einem Jahr anstehenden Wahlen, wenn mehrere wichtige Vorstandsposten im Rusbender Schützenverein zur Disposition stehen. „Ich bitte Euch einmal sehr, darüber intensiv nachzudenken“, appellierte der Vereinsvorsitzende und erinnerte warnend daran: „Wenn es einem Verein irgendwann nicht mehr gelingt, seine Vorstandsposten zu besetzen, müsste er aufgelöst werden.“ jp




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