weather-image
23°
×

Während Schweizer Freibäder Shorts verbannen wollen, ist das in Bückeburg „kein Thema“

„Schwamm an den Beinen“ bleibt erlaubt

Bückeburg (jp). Nicht nur in der Schule, beim Discobesuch, beim Skateboard-Fahren oder einfach nur beim Bummel durch die Innenstadt ist der Schlabberhosen-Look bei männlichen Jugendlichen schon lange angesagt: Auch als Schwimmbekleidung haben sich möglichst weite, lange und schlabberige Shorts als Modetrend durchgesetzt. Doch nicht in allen Schwimmbädern sind die ausladenden Beinkleider an den Extremitäten junger Badegäste gerne gesehen: In diversen Bädern insbesondere Süddeutschlands sind Schwimmshorts mittlerweile bereits untersagt. In Bückeburg jedoch muss vorerst jedoch niemand zum Baden die Riesenhose ausziehen.

veröffentlicht am 31.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 07:21 Uhr

Es sind generell zwei große Vorbehalte, die Schwimmmeister und Badbetreiber zwischen Flensburg und Garmisch Partenkirchen gegen die hippe Hosenmode hegen. Zum einen transportieren die als „Schwamm an den Beinen“ bekannten Schwimmshorts beim Verlassen des Bades eine Menge Wasser aus dem Becken. Zwischen einem und drei Litern können das – je nach Größe der Person und Schnitt der Hose – schon einmal sein. Zum zweiten sind Schwimmshorts, rein theoretisch, durch ihre Taschen in der Lage, Schmutz und zusätzliche unerwünschte Fremdkörper ins Badewasser zu befördern.

Und deshalb sind Schwimmshorts in diesem Sommer (mal wieder) deutschlandweit ein Thema. Vor wenigen Tagen erst vermeldete die Zeitung „Die Welt“ aus dem Freibad Übach-Palenberg bei Aachen das vollständige Verbot der Schlabberbademode.

Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen sieht das Thema indes eher gelassen: Man habe im Verband nicht den Eindruck, dass es sich tatsächlich um ein gravierendes und weitverbreitetes Problem handelt, erklärte Geschäftsführer Christian Ochsenbauer gegenüber den Medien. Das Thema komme im Sommer halt immer wieder einmal hoch.

Ebenso entspannt sieht man die Shorts-Frage bei der Bückeburger Bäder GmbH. „Ist bei uns schlicht und einfach kein Thema“, erklärte Erik Rechenberg, Prokurist und Betriebsleiter von Bergbad und Dr.-Faust-Hallenbad am Unterwallweg.

„Egal, wie das Wasser rausgeht“

Sicherlich nähmen die Shorts mehr Wasser mit aus dem Becken als normale, eng anliegende Badehosen. Aber das falle bei dem ohnehin vorgeschriebenen Wasseraustausch gar nicht ins Gewicht. „Gemäß DIN-Vorschrift müssen wir pro Tag und Badegast 30 Liter Frischwasser zuführen“, so Erik Rechenberg. „Und ob das verbrauchte Wasser nun über Leitungen rausgeht oder über die Bekleidung der Badegäste, ist völlig unerheblich.“

Und an den besonders heißen Tagen der letzten beiden Wochen gehe allein durch Verdunstung deutlich mehr Wasser verloren, als sämtliche Shortsträger bewerkstelligen könnten. An eine Verschärfung der Bad-Bekleidungsvorschriften denkt man in Bückeburg daher keine Sekunde: „Das müsste man ja als Baderegel nicht nur neu festlegen, sondern auch bei den vielen Badegästen jeden Tag durchsetzen und überwachen, und dafür hätte kaum jemand Verständnis.“

Während in Deutschland und Österreich also in nächster Zukunft zumindest kein flächendeckendes Badeshorts-Verbot zu erwarten ist, scheint man in der Schweiz das Thema deutlich restriktiver anzupacken. „No tights no swimming“ titelte kürzlich die eidgenössische Tageszeitung „20 Minuten“ und eröffnete den Ausblick auf eine offiziell verordnete Rückkehr der klassischen, eng anliegenden Badehose.

Sollten tatsächlich einmal derartige Vorschriften in den Bückeburger Bädern zum Tragen kommen, bleibt allein zu hoffen, dass es dadurch nicht auch noch zur Renaissance des (glücklicherweise) schon lange verschwundenen String-Tangas bei männlichen Badegästen kommt.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige