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"Obernkirchen blüht auf": Jury-Mitglieder begutachten erste Meldungen / Noch kann jeder mitmachen

Schwelgen in gepflegten Gartenwelten

Obernkirchen (rnk). Die Globalisierung macht auch vor den Gärten nicht halt. Dort mischen sich immer häufiger und recht munter mediterrane Einflüsse mit asiatischen Elementen, barocke Rosenpracht paart sich mit puristischem Ziergehölz, fili grane Gartenmöbel aus Schmiedeeisen stehen Seite an Seite mit rustikalen Holzelementen - erlaubt ist, was gefällt.

veröffentlicht am 19.07.2008 um 00:00 Uhr

Joachim Gotthardt und Barbara Roeder-Schmidt haben keinerlei Einwände gegen das, was in den Bergstädter Gärten wächst und gedeiht, wohl auch, weil in den Bergstädter Gärten die Tradition (noch) überwiegt: Gepflanzt wird vor allem, was sich seit jeher bewährt hat, auch wenn der neue Trend nicht zu übersehen ist. Der Vorsitzende des Vereins für Wirtschaftsförderung und die Chefin des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Vereins drehen in der Innenstadt ihre Runden, beide halten Bögen in der Hand und werfen immer wieder den sprichwörtlichen Blick über den Gartenzaun. Sie begutachten die eingereichten Vorschläge im Rahmen von "Obernkirchen blüht auf". Im sechsten Jahr seines Bestehens hat sich der Wettbewerbe stets der Realität angepasst. So ist der Wettbewerb für die gewerblichen Geschäfte kurzerhand gestrichen worden; zu gering war die Teilnahme. Auch die ausgelobten Preise für die Melder der schönen Gärten gibt es nicht mehr, stattdessen werden die Preise für die Gartenbesitzer aufgestockt. Am 5. August werden alle gemeldeten Gartenbesitzer sich im Café am Sonnengarten treffen, unter den Anwesenden wird dann der - noch geheim gehaltene - Hauptpreis ausgelost. Zudem gibt es jede Menge Gutscheine über 20 Euro, die in den teilnehmenden Garten- und Floristikgeschäften eingelöst werden können. Von Gewinnern und Verlieren wollen Gotthardt und Roeder-Schmidt aber nichts wissen, jeder Teilnehmer sei ein Gewinner und die Stadt sowieso, erklären sie: Weil Obernkirchen sich auf jeden Fall verbessere, da sich das Stadtbild verschönere. Es ist ein erster Eindruck, den sich Roeder-Schmidt und Gotthardt verschaffen, aber er belegt, was offizielle Zahlen belegen: Der Garten gewinnt bei immer mehr Menschen an Bedeutung. So wie deutsche Romantiker am Ende des vorletzten Jahrhunderts vorwiegend in englischen Gärten ihre Seele baumeln ließen und sich verlustierten, so schwelgen gestresste Deutsche heute in ihren gepflegten Pflanzenwelten. Und gepflegt, das ist derüberwiegende Teil der Gärten in näheren und weiteren Innenstadtbereich. Oftmals prägen Stockrosen als Leitstauden den Vorgarten; sie sollten aber unbedingt in den hinteren Bereich gepflanzt werden, weil sie sonst zu dominierend sind. Magariten und Geranien sind immer noch beliebte Klassiker. Und noch ein Trend macht Mut: Nicht zu übersehen ist, dass die Zahl derjenigen, die ihren wenigen Platz vor dem Haus für eine kleine Verschönerungsaktion nutzen, steigt: Hier ein Kasten, dort ein kleines Beet - bunte Flecken, die dem Auge schmeicheln. Offiziell wird sich die Jury am Dienstag, 5. August, einen ausführlichen Überblick verschaffen, dann werden auch die Experten mit dem grünen Daumen mit dabei sein. Bis dahin kann weiter mitgemacht werden bei der sechsten Auflage der aufblühenden Stadt. Die Mitmachregeln sind einfach: Bis zum 1. August nehmen alle in der Stadt, also mit den Ortschaften Vehlen, Gelldorf, Krainhagen und Röhrkasten, gemeldeten Vorgärten, Blumenkästen, Blumentröge oder Blumenampeln teil - sofern sie denn von einer öffentlichen Straße oder einem öffentlichen Weg oder Platz aus zu sehen sind.




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