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"Peter Kranz Blues Band" bluest das "Minchen" / Traditionsgig erweckt Wiederhörensfreude

Sehnsucht, Sentiment, Satisfaction - Sediment

Bückeburg (bus). "Einen Koffer voller Blues-Rock" nebst einiger, dem bevorstehenden Fest geschuldeter, balladesker Zutaten im Handgepäck hat die "Peter Kranz Blues Band" am Donnerstag im "Minchen" der zahlreich präsenten Anhängerschaft versprochen. Dass unter dem Strich, nach knapp drei Dutzend Stücken, ein hervorragendes Konzert heraussprang, erfreute Veranstalter Fabian Hahn, Künstler und Publikum gleichermaßen. Der traditionelle Weihnachtsgig der Musiker in der Bückeburger Szenelokalität ließ nur einen einzigen Wunsch offen - den nach einer Fortsetzung im bevorstehenden Jahr.

veröffentlicht am 16.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:15 Uhr

Kranz, der in den 70er Jahren im Minchen hinter der Theke stand, und dessen Mitstreiter Hermann Edling (Gitarre), Lutz Requard (Tasten), Volker Schmidt (Schlagzeug) und Manfred Heinze (Bass) zauberten ein Programm auf die eng bemessene Kneipenbühne, das sowohl mit Interpretationen gängiger Genreklassiker als auch mit selbstgeschriebenen Songs überzeugte. Die Band hatte sich in diesem Jahr - bedingt durch berufliche Neuorientierungen einiger Bestandteile des nicht mehr ausnahmslos der Nachwuchsgeneration zuzurechnenden Humanequipementsder Gruppe - etwas rar gemacht. Umso größer war die Wiederhörensfreude insbesondere in den Reihen des mit der Formation in die Jahre gekommenen Auditoriums. Kranz und Kapelle hatten vom Pflichttitel "Cold Shot"über "Can't Get Next To You", "Pack It Up" und "Born Under A Bad Sign" sowie "Crossfire", "Feel Better" und "So Little Time" bis zu (im Zugabenteil) "Since You've Been Gone" alles dabei, was dem geneigten Liebhaber die Ohren klingeln ließ. Trotz aller Stärken, die den Musikanten speziell im rockigen Metier zukommt, gediehen die reinen Bluestitel zu den Höhepunkten des Konzerts. Die Melange aus Schmerz und Sinnlichkeit, aus Melancholie und aggressiver Lebenslust schien den Interpreten wie maßgeschneidert auf ihre gegenwärtige Befindlichkeit zu sein. "Sehnsucht, Sentiment und Satisfaction", brachte ein ins Graumelierte tendierender Fan den Abend auf den Punkt. "Sediment", so man diesen Begriff als Bodenständigkeit interpretiert, wäre der Beurteilung noch hinzuzufügen - while my guitar gently weeps.




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