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56-Jähriger Bückeburger wegen Kindesmissbrauchs vor dem Landgericht Verden / Geständnis abgelegt

Seine Opfer waren noch Kinder oder schwanger

Bückeburg/Verden (mt). Seine Opfer waren noch Kinder oder schwanger, doch für einen brutalen Vergewaltiger, der sich derzeit vor dem Landgericht Verden verantworten muss, spielte das offenbar keine Rolle.

veröffentlicht am 19.02.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 09:21 Uhr

Die Anklage wirft dem 56-Jährigen aus Bückeburg vor, drei Frauen beziehungsweise Mädchen, teilweise bei den Taten erst 13 Jahre alt, insgesamt zehn Mal vergewaltigt und sexuell missbraucht zu haben. Die Opfer stammen aus dem privaten Umfeld des Angeklagten. Zwei sind seine Nichten, die dritte eine Freundin seiner Tochter.

Die Beschreibung der Tatabläufe schildern den reinsten Horror: Der Täter hatte die Mädchen einzeln als Mitfahrer im Auto. Unterwegs bog er in einen Wald ab, mal in der Nähe von Hassbergen, auch in Langendamm oder irgendwo auf der Strecke von Nienburg nach Steimbke. Er soll die Türen verriegelt und die Hände der Mädchen festgehalten, teilweise an die Kopfstützen gefesselt haben. Bei Gegenwehr oder wenn sie schrieen, habe er sie geschlagen, dann brutal vergewaltigt.

Eine der Frauen soll kurz nach der Entbindung von dem in Rehburg geborenen 56-Jährigen vergewaltigt worden sein, die andere als sie im dritten oder vierten Monat schwanger war. Einmal soll Tatort die Wohnung der Mutter eines der Opfer gewesen sein. Dort soll der Angeklagte seiner Nichte mit einer Kamera ins Bad gefolgt sein. Dort soll er sich an ihr vergangen und das Ganze sogar gefilmt haben.

Zehn Jahre schwiegen

die drei Opfer

Die Taten liegen zehn bis vierzehn Jahre zurück. Erst 2005 hatte eines der Opfer sein Schweigen gebrochen, danach kam auch der Rest ans Licht. „Es war nicht einfach, von den Frauen Aussagen zu bekommen“, sagte Staatsanwältin Regina Steinebach. Die Staatsanwaltschaft habe das Verfahren vorangetrieben, nicht die Opfer selbst. Denen gehe es auch heute noch sehr schlecht, so die Juristin. Alle drei sind Nebenklägerinnen in dem Prozess.

Im November 2008 hatte es einen ersten Anlauf für einen Prozess gegeben. Der war dann wegen eines Verteidigerwechsels geplatzt. Dieser neue Prozess könnte dafür aber schneller zu Ende gehen als geplant. Unmittelbar nach Verlesung der Anklage erklärte der Verteidiger, dass sein Mandant zu einem Geständnis bereit sei.

Nach entsprechenden Beratungen hinter verschlossenen Türen wurde dem 56-Jährigen im Gegenzug eine Strafobergrenze von sechseinhalb Jahren zugesichert. Die Vorwürfe, wie in der Anklage beschrieben, werden eingeräumt, erklärte daraufhin Verteidiger Kay Müffelmann für seinen Mandanten. Sie seien richtig und zutreffend. Es täte dem heute 56-Jährigen sehr leid. Die Opferrolle nachempfinden könne dieser, seit er im Jahr 2002 selbst Opfer eines Verbrechens geworden sei. Es soll sich um einen brutalen Raubüberfall gehandelt haben.

Der Prozess wird fortgesetzt.




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