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Wilhelm Gereke ist das älteste aktive Mitglied im Männergesangverein „ Fidelitas“ Afferde von 1864

Seine Sangeslust ist seit 70 Jahren ungebrochen

Afferde. „1940 war es in Afferde ein besonderes Privileg, im Männergesangverein Afferde aufgenommen zu werden“, erinnert sich Wilhelm Gereke. Der heute 88-jährige ist mittlerweile Ehrenmitglied des Vereins und als einziges amtierendes Mitglied seit fast 70 Jahren dabei. Am Samstag werden die Afferder mit vielen Gästen und einem großen Konzert in der Aula der Grundschule das 145-jährige Jubiläum des „Männergesangverein Fidelitas Afferde“ begehen. Die musikalische Leitung des ältesten Vereins in Afferde liegt in den Händen von Karl Heinz Isenberg.

veröffentlicht am 28.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2009 um 10:06 Uhr

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Autor:

Birgit Sterner

„Ich konnte vor 70 Jahren nicht einfach nur eintreten“, sagt Wilhelm Gereke rückblickend: „Sangeswillige junge Männer wie ich brauchten damals einen Fürsprecher.“ Heute sei die Gesellschaftsstruktur anders, und Gesangvereine seien schon froh, wenn sie überhaupt Neuzugänge verzeichnen, führt Gereke aus.

Ein bisschen Wehmut ist aus diesem Satz zu hören. Die Fürsprache für ihn und seinen Freund Wilhelm habe damals dessen Vater Wilhelm Strübers sen. übernommen, erinnert sich Gereke an die Zeit, als der Zweite Weltkrieg auch in Afferde Spuren zeigte. Mit seinem Freund und Nachbarn sei er im Januar 1940 erstmals bei Chorleiter Wilhelm Lindemeyer erschienen. „Damals probten wir abwechselnd in den drei Afferder Gaststätten bei „Kracht“, „Heißmeyer“ und „Remke“, erzählt Gereke. „Unser Chorleiter achtete peinlichst genau darauf, keine Lokalität zu bevorzugen.“ Nach dem Singen in den Clubzimmern folgte stets der gesellige Teil für die Sangesbrüder. Passive Mitglieder überraschten die Sangesbrüder damals gern mit kleinen Aufmerksamkeiten: „Ich erinnere mich noch genau an eine leckere Portion Rollmöpse“, schwelgt Gereke in Erinnerungen. 1941 hatten die Afferder Sänger 81 Mitglieder. In diesem Jahr gehörte auch Gereke zu den 24 Vereinsmitgliedern, die Afferde verließen, um ihren Kriegsdienst zu versehen. Trotzdem schafften es die restlichen 20 aktiven Sangesbrüder auch während des Krieges die Singabende aufrechtzuerhalten. Ab Januar 1946 war auch Wilhelm Gereke wieder mit vollem Einsatz dabei.

Die Anfänge des heutigen „Fidelitas“ sind den Afferder Männern zuzuschreiben, die sich ab 1864 unter den „ alten Eichen“ bei der Afferder St.-Georg-Kirche regelmäßig trafen. Einstudiert wurde damals vom „Männergesangverein Afferde“ kirchliches und volkstümliches Liedgut, mit dem damaligen Lehrer Kantor und Küster W. Vogelsang. 1898 gründete sich dann sogar ein zweiter Gesangverein: der Männergesangverein „Fidelitas“ mit dem Chorleiter H. Höcker. 1934 fusionierten beide Vereine zum „Männergesangverein Fidelitas Afferde“. Als Gründungsjahr wurde 1864 dokumentiert. 1901 zählte der „Männergesangverein Fidelitas“ stolze 45 Mitglieder bei 500 Einwohnern Afferdes. Zum Vergleich: „Bei derzeit rund 5600 Einwohnern im Ortsteil Afferde sind 84 Mitglieder im Fidelitas“, erklärt der heutige erste Vorsitzende Hans-Wilhelm Lichte und führt aus: „Den Schwerpunkt unseres musikalischen Repertoires setzen wir heute wie damals eindeutig beim klassischen vierstimmigen Männergesang.“ Seit 1993 bediene man dank Chorleiter Fritz Wörsching allerdings auch noch mit Erfolg das Genre der Seemannslieder und Shantys. Auch dort ist Wilhelm Gereke begeistert dabei, wie seit fast 70 Jahren beim Fidelitas – mittendrin als Freund, Sangesbruder und erster Tenor.

Auch heute noch sind die Sangesbrüder begeistert dabei. Auf dies
  • Auch heute noch sind die Sangesbrüder begeistert dabei. Auf diesem Foto fehlt Gereke allerdings.
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