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Liedertafel sucht laufend neue Sänger / Proben mittwochs in der Sumpfe

Seit 180 Jahren vereint

HAMELN. „Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort. Und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort.“ Diese Zeilen “ von Eichendorff stellte der Vorsitzende der Hamelner Liedertafel, Peter Cagna, dem Konzert des mit 180 Jahren ältesten Hamelner Vereins voran.

veröffentlicht am 09.11.2017 um 00:00 Uhr

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Reporterin

In seinem kurz umrissenen Rückblick erinnerte er an die Visionen und den Leitspruch des Gründers, Liedervater Senior Schläger. „Gesang verschönt das Leben“ – dieses immer noch gültige Motto griff auch das abwechslungsreich gestaltete Jubiläumskonzert in der Hamelner Kirche zum Heiligen Kreuz auf. Ganz im Sinne der sogenannten Schlägerschen „Taufrede“, in der es vor 180 Jahren auch schon hieß, „ehe wir zum schönen Werke schreiten, seien Worte gestattet“, ergriff Bürgermeister Claudio Griese vor Konzertbeginn das Wort. „Dieses Jubiläum sucht seines Gleichen in den Mauern unserer Stadt“, sagte der Bürgermeister und hob das Alleinstellungsmerkmal der Liedertafel als ältester Verein hervor. Wie der Gründervater Senior Schläger stellen auch seine singenden Nachfolger ihr Wirken in den Dienst der Stadt Hameln, betont Griese.

Der Erlös des Konzertes kam dem Hamelner Senior Schläger-Haus und damit der Obdachlosenhilfe zugute. August Ziesenihs, Vorsitzender des Kreischorverbandes Weserbergland, verglich in seinem Grußwort die Mitgliederzahlen von damals mit heute und konnte eine gewisse Kontinuität feststellen: 25 Gründungsmitgliedern stehen aktuell 22 aktiven Sängern gegenüber. „Svetlana Herold hält die Jungs fit“ – schlussfolgerte er mit Blick auf die erste Chorleiterin nach 169 Jahren Liedertafel-Geschichte mit taktstockschwingenden Männern an der Spitze.

Kirchen- und Stadtführer Rainer Wendel sorgte für die Überraschung zum Jubiläum. Er hatte vor vielen Jahren – noch zu DM-Zeiten, wie er sagt – den Gründungsorden der Hamelner Liedertafel auf einem Flohmarkt in Hannover gefunden. Nicht einmal der Verein selber war in Besitz eines solch seltenen Stückes, geschweige denn wusste von seiner Existenz. Zum Jubiläumskonzert hatte Wendel ihn mitgebracht und der Liedertafel zum Kauf angeboten. Schnell war über eine Sammlung unter den Sangesbrüdern der geforderte Kaufpreis zusammengekommen und das „Gründungsmitglied“ konnte ausgelöst und dorthin zurückgeführt werden, wohin er ursprünglich vor 180 Jahren bereits gehörte – zur Liedertafel Hameln.

2 Bilder
V. li.: Die Urkunde zum 180-jährigen Jubiläum nimmt „Liedervater“ Peter Cagna aus den Händen von August Ziesenihs vom Kreischorverband Weserbergland entgegen. FOTO:SBR

Wer Interesse hat, dem ältesten Hamelner Männerchor seine Stimme zu leihen, ist zu den regelmäßigen Übungsabenden, immer mittwochs in der Hamelner Sumpfblume, herzlich willkommen.




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