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Expertin Elke Ellermann: „Es schlägt und schlägt und schlägt und schlägt…“

Selbst bei 35 Grad im Schatten gibt es fürs Herz kein „hitzefrei“

Bückeburg (bus). Jede Menge interessante Details zum Thema „Rund um das Herz“ hat ein von Elke Ellermann bei der Behinderten-Sportgemeinschaft Bückeburg (BSG) gehaltener Vortrag vermittelt. Da die Wissensvermittlung im BSG-Vereinsheim an der Schwenstraße nicht in Form eines vom Blatt abgelesenen Referats, sondern im Wechselgespräch mit den Zuhörern erfolgte, waren alle Teilnehmer am Ende der Veranstaltung hochzufrieden.

veröffentlicht am 20.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 09:21 Uhr

Den von Ellermann offerierten Erkenntnisstand hätte das Publikum zweifelsohne auch in diversen Nachschlagewerken oder medizinischen Publikationen finden können. Die spezielle Art der Expertin, die seit 16 Jahren als Referentin der Organisation „Pro Senior“ fungiert, ihre Gäste in die Thematik einzubinden, versprach jedoch einen wesentlich größeren Lerneffekt, als ihn das bloße Lesen bieten kann.

Als es, beispielsweise, um die Gesamtlänge aller im menschlichen Körper zu findenden Adern ging – „von der Aorta bis zu den Arterienhaargefäßen“, wie Ellermann unterstrich – kam als erste Antwort ein zögerliches „bis Minden“. Eine zweite Mutmaßung geriet ein wenig mutiger: „Bis in die Altstadt von Hannover.“ Die von der Spezialistin gelieferte Aufklärung der Frage löste hernach einiges Erstaunen aus: „Die Gesamtlänge reicht zweimal um die gesamte Erde und dann ist noch genug für eine dicke Schleife übrig.“

Auch für weitere imponierende Zahlen im Zusammenhang mit der „kombinierten Druck- und Saugpumpe“ hatte Ellermann passable Erläuterungen parat. Die rund 7000 Liter etwa, die der Muskel Tag für Tag durch den Körper strömen lässt, entsprächen gut und gerne einer Tankwagenfüllung. Und dass „der Motor in unserer Brust“ innerhalb eines 70-jährigen Lebens mehr als zwei Milliarden Mal seine Funktion erfüllt, verdeutlichte sie mit der bewusst langatmig artikulierten Schilderung „das Herz schlägt und schlägt und schlägt und schlägt und…“ Selbstverständlich könne sich der Muskel keinerlei Verschnaufpausen erlauben. „Er kann nicht sagen, Weihnachten oder Ostern mache ich mal ein bisschen Urlaub.“ Selbst bei 35 Grad im Schatten sei an „hitzefrei“ nicht zu denken.

Im weiteren Verlauf der etwa einstündigen Veranstaltung kamen die unterschiedlichen Risikofaktoren, die das Organ außer Tritt bringen können, ebenso zur Sprache wie Vorsorgemaßnahmen zu dessen Gesunderhaltung. „Wie ein Automotor Treibstoff benötigt, braucht unser Motor vernünftige Nahrung“, betonte Ellermann. „Allerdings mit allem, was dazugehört und bitte keine Sparenergie.“ Obst und Gemüse seien gleichermaßen vonnöten wie – gerade in der heißen Jahreszeit – ausreichend Flüssigkeit.

Dem aktuellen Wissensstand zufolge gelten 0,03 Liter pro Kilogramm Körpergewicht als ausreichend. Auch bei diesem Aspekt der gesundheitlichen Vorsorge verließ die Referentin die Pfade gewöhnlicher Erkenntnisvermittlung. Ob jemand genug getrunken habe, lasse sich völlig einfach feststellen. Nämlich auf der Toilette an der Farbe des Urins. „Wenigstens einmal am Tag sollte er hell sein.“ Ellermann beschloss ihre Ausführungen mit der Hoffnung, dass sich die Teilnehmer einige ihrer Ratschläge „zu Herzen nehmen“. Als Dank erhielt sie viel anerkennenden Beifall und einen vom BSG-Vorsitzenden Friedhelm Lahmann überreichten Blumenstrauß.




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