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Neuer Netto-Markt verbessert Infrastruktur in Coppenbrügge / Ratgeber soll erstellt werden

Senioren schätzen den Einkauf im Kernort

Coppenbrügge (sto). „Du bist alt, wenn dich die Freunde nicht nur zum Bahnhof bringen, sondern auch in den Zug hinein bis zu deinem Platz begleiten und dein Gepäck verstauen“, definiert Abbi Hübner, Jazzmusiker und Autor aus Hamburg, das Alter. Was aber, wenn alte Menschen weder Freunde noch Verwandte haben, die sich um sie kümmern? „Dann bleibt noch die Nachbarschaftshilfe“, betont Horst Wollenberg, der Vorsitzende des Seniorenbeirats Coppenbrügge.

veröffentlicht am 09.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.07.2010 um 15:58 Uhr

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Coppenbrügge (sto). „Du bist alt, wenn dich die Freunde nicht nur zum Bahnhof bringen, sondern auch in den Zug hinein bis zu deinem Platz begleiten und dein Gepäck verstauen“, definiert Abbi Hübner, Jazzmusiker und Autor aus Hamburg, das Alter. Was aber, wenn alte Menschen weder Freunde noch Verwandte haben, die sich um sie kümmern? „Dann bleibt noch die Nachbarschaftshilfe“, betont Horst Wollenberg, der Vorsitzende des Seniorenbeirats Coppenbrügge. Wo alte Menschen sonst noch Hilfe finden, möchte er in einem Ratgeber für Senioren aufführen, den er gemeinsam mit Vorstandsmitglied Gerd Fieber erstellen wird.

Wer dazu in der Lage ist, will unabhängig sein

Ob die Nachbarschaftshilfe in jedem Ort funktioniert, kann der Vorsitzende des Seniorenbeirats Coppenbrügge natürlich nicht sagen, in Coppenbrügge jedoch sei die Welt in dieser Hinsicht noch in Ordnung. „Da wird man von den Nachbarn gefragt, ob etwas einzukaufen sei oder jemand zum Arzt oder sonst wohin gefahren werden möchte“, weiß Wollenberg. Natürlich gebe es auch alte Leute, die weder Angehörige noch Bekannte haben und die sich scheuen, Nachbarn um Hilfe zu bitten. „Das ist noch die Generation, die anderen nicht zur Last fallen will“, ergänzt Gerd Fieber.

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Viele Senioren, die körperlich dazu noch in der Lage sind, möchten unabhängig sein und selbst entscheiden, wann sie beispielsweise einkaufen gehen. „Die Infrastruktur im Kernort ist in Ordnung. Und in einigen Monaten wird es noch besser, denn dann kommt ja der Netto-Markt“, sagt Horst Wollenberg.

Senioren aus den Ortsteilen haben es da schon schwerer. Um einzukaufen, müssen sie nach Coppenbrügge fahren. Seit Jahren setzt sich der Seniorenbeirat deshalb für eine bessere Anbindung an den Nahverkehr und für eine Haltestelle am Krankenhaus Lindenbrunn in Coppenbrügge ein. „Unser Anliegen scheint vom ÖPNV erhört worden zu sein. Es soll eine Anbindung durch einen Kleinbus erfolgen. Darüber freuen wir uns natürlich sehr“, betont Wollenberg. Er hoffe, dass diese Anbindung sobald als möglich in den Fahrplan aufgenommen werde. Erfreulich für den Kernort sei außerdem, dass die Telefonzellen am Bahnhof und vor der Burg besser ausgestattet werden sollen.

Von den insgesamt 2515 Einwohnern des Kernorts Coppenbrügge sind 729 Personen über 60 Jahre alt. Im gesamten Flecken mit seinen 8274 Einwohnern seien nach Auskunft des Meldeamts Coppenbrügge 2240 Menschen über 60-Jährige registriert.

Auch die Bewohner des Coppenbrügger Seniorenheims „Rosenaue“ gehören dazu. Viele von ihnen nutzen die vorhandene Infrastruktur. „In Coppenbrügge finde ich alles, was ich brauche. Direkt vor unserer Haustür ist beispielsweise eine Pizzeria mit Café, das ich gern besuche“, sagt Annemarie Schumann. Auch gute Erfahrungen mit der von Horst Wollenberg angesprochenen Nachbarschaftshilfe habe sie gemacht. „Möchte ich beispielsweise zu einer Versammlung des Seniorenbeirats oder zu einer kulturellen Veranstaltung im Ort, nehmen mich Bekannte mit“, freut sich die 90-jährige Altenheimbewohnerin.

„Die Bewohner des Seni-orenheims haben durch die zentrale Lage der Einrich-tung eine gute Anbindung an das Gemeinschaftsleben von Coppenbrügge“, weiß Andrea Wegener von der Gemeindeverwaltung. Eine Erweiterung des Altenheims ist vorgesehen. „Die Betreiber haben einen Bauantrag zum Neubau einer Seniorenwohnanlage für 24 Appartements gestellt“, macht Coppenbrügges Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka aufmerksam.

Horst Wollenberg und Gerd Fieber arbeiten an dem Ratgeber (von links),

Linkes Foto: Annemarie Schumann lebt gern im Seniorenwohnheim.

Fotos: sto

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