weather-image
25°
×

15. „Lese-Brille“ gefällt mit Roland Kremling und Dr. Burkhard Fischer

„Sex ist der Preis, den Frauen für die Ehe zahlen“

Bückeburg. „Der Sex ist der Preis, den Frauen für die Ehe zahlen, und die Ehe ist der Preis, den Männer für Sex zahlen“: Diese Spitze und andere Erkenntnisse, die das Leben mitunter so mit sich bringt, haben die beiden Dichter und Denker Roland Kremling und Dr. Burkhard Fischer bei ihrer Lesung in dem Fachgeschäft „Die Brille – hören und sehen“ zum Besten gegeben.

veröffentlicht am 16.02.2016 um 12:13 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 05:41 Uhr

Dabei legten sie besonderen Wert darauf, dass alles, was sie dort vor vollem Haus – sprich: knapp drei Dutzend Zuschauern – vortrugen, nicht irgendwo entliehen und lediglich rezitiert wurde, sondern aus eigener Überlegung und Feder stammt. Weshalb die beiden Poeten auch eine überdimensionale und von ihnen als „Plagiator“ benannte Bleistift-Skulptur neben sich aufgestellt hatten, die – so ihr Versprechen – sofort umfallen würde, sollten sie sich bei ihrem Vortrag irgendwelchen fremden Gedankengutes bedienen. Und um dieses Thema an dieser Stelle gleich abzuhaken: Der „Plagiator“ blieb felsenfest auf seinem Platz stehen, nicht mal ein leichtes Zittern oder Wackeln war zu beobachten.

Insofern war die mittlerweile 15. und mit „Humorvolles zum Valentinstag/Liebe, Verliebtheit und andere Evolutions-Irrtümer überschriebene Ausgabe der „Lese-Brille“-Veranstaltungsreihe für die Besucher allein schon deshalb ein besonderes Vergnügen, da ihnen hier geistreiche Analysen des menschlichen Lebens aus erster Hand geboten wurden. Allesamt überaus humorvoll verpackt und mindestens mit einem Kern Wahrheit behaftet.

So erzählte Kremling etwa von der großen Erklärungsnot, in die Eltern kleiner Kinder irgendwann geraten, wenn die Steppkes plötzlich wissen wollen, warum sie von Vater und Mutter jahrelang mit vermeintlich wahren Geschichten über den Osterhasen, den Nikolaus, den Weihnachtsmann oder die Zahnfee aufs Übelste belogen wurden. Eine Situation, der sich die Eltern dann gegenübergestellt sehen, wenn ihre Kinder von älteren Kindern über derlei Lügengeschichten aufgeklärt werden.

Weiter berichtete Kremling, dass der durch einen biochemischen Stoff bedingte „Rausch der Verliebtheit“ zwischen Mann und Frau wissenschaftlichen Studien nach nur rund zwölf Monate anhält. Lang genug, damit die Frau in dieser Zeit schwanger werden könne. Nach der Geburt des Kindes indes mache der Zustand des Verliebtseins natürlich keinen Sinn mehr. Denn von da an sei das gemeinsame Ziel des Paares ja nur noch, den Nachwuchs großzuziehen, bis er so weit selbstständig ist, dass er das Elternhaus verlassen kann: „In der Steinzeit dauerte dies circa 13 Jahre, in der heutigen Zeit können schon mal 30 Jahren vergehen, bis die Brut endlich das Hotel Mama verlässt“, resümierte der Autor – sehr zur Freude der Zuhörer.

Zum Thema Paarbeziehungen wusste Fischer unter anderem beizusteuern, dass „Emotionen“ auch immer wieder zu einem „Gedankenverzicht“ verleiten. Was als Anspielung auf die redensartliche „rosa Brille“ zu verstehen war, durch die sich Frischverliebte anfangs in die Augen schauen. Und überhaupt: „Die Liebe ist ein Lächeln und Angelacht-werden – vielleicht gibt es auch noch andere Gebärden“, dichtete er. wk




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige