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Vater getötet – Schwurgericht entscheidet

Sicherungsverwahrung für 57-Jährigen?

Bückeburg (rc). Der offenbar psychisch kranke Mann, der im Juni seinem Vater die Kehle durchgeschnitten hat, muss sich vor Gericht verantworten. Allerdings ist er nicht wegen Mordes oder Totschlag angeklagt. Vielmehr hat die I. Große Strafkammer als Schwurgericht darüber zu entscheiden, ob der 57-Jährige in Sicherungsverwahrung kommt oder nicht. Um das entscheiden zu können, sind zwei Sachverständige geladen, außerdem 27 Zeugen, die an insgesamt vier Verhandlungstage, die die Kammer anberaumt hat, gehört werden sollen. Verhandelt wird ab Freitag, 26. November.

veröffentlicht am 11.11.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 15:21 Uhr

Wie das Landgericht in einer Pressemittelung schreibt, wird Werner Helmut H. vorgeworfen, am 11. Juni 2010 „einen Menschen getötet zu haben, ohne Mörder zu sein, wobei er bei der Tat ohne Schuld gehandelt haben soll, weil er wegen einer krankhaften seelischen Störung unfähig war, das Unrecht der Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln.“

Insgesamt 55 Mal stach der 57-Jährige nach den Ermittlungen am Morgen des 11. Juni zwischen 7 und 8.50 Uhr auf sein Opfer, seinen 81-jährigen Vater, ein. Außerdem schlug er mit einem harten Gegenstand auf das Hinterhaupt seines Vaters ein. Das Opfer verblutete. Zum Tatzeitpunkt soll sich auch die 77-jährige Mutter in der gemeinsamen Wohnung an der Jetenburger Straße befunden haben.

55 Mal auf den Vater eingestochen

Nach der Tat informierte der 57-Jährige eine Nachbarin über die Bluttat. Die wiederum alarmierte die Polizei, die ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt fand. Der Mann ließ sich widerstandslos festnehmen. Noch am gleichen Tag, einem Freitag, wurde seitens der Staatsanwaltschaft Bückeburg ein Unterbringungsbefehl beantragt, den der Haftrichter am Amtsgericht Bückeburg auch erließ.

Sollte das Schwurgericht zu der Entscheidung kommen, dass der Mann in der Sicherungsverwahrung untergebracht wird, so ist diese grundsätzlich unbefristet. Mindestens alle zwei Jahre muss die Entscheidung überprüft werden.




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