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Tiere als Geschenk zum Fest: Experten warnen / Viele Tierheime vermitteln vor Weihnachten nicht

Sie sind vom Umtausch ausgeschlossen

Bückeburg (jp). Ob Hund, Kätzchen, Hamster oder Rennmaus – für viele Kinder steht ein lebendiges Haustier ganz oben auf dem weihnachtlichen Wunschzettel. Doch so sehr ein schnurrendes, zwitscherndes oder bellendes Präsent unter dem Weihnachtsbaum auch ersehnt sein mag, so falsch ist es auch. Alljährlich warnen Tierschützer und Veterinäre eindringlich davor, zum Fest der Liebe lebende Tiere zu verschenken. Und ebenso alljährlich landen sie doch wieder auf dem Gabentisch neben dem neuesten iPhone, der Wii und dem Designer-Shirt. Weil sie ja doch niedlich, so kuschelig und so entzückend sind.

veröffentlicht am 22.12.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 10:41 Uhr

Wobei immer wieder dieser eine entscheidende Unterschied zu allen anderen Geschenkideen übersehen wird: Tiere sind vom Umtausch ausgeschlossen. Weshalb nicht wenige Tierheime vor allem nach den Feiertagen und um den Jahreswechsel leidvolle Erfahrungen mit auf einmal unliebsam gewordenen lebendigen Weihnachtspräsenten machen. Abgegeben, abgeschoben, ausgesetzt oder sogar umgebracht – auch Monika Hachmeister, Vorsitzende des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln, kann das traurige Weihnachtslied von den Tieren singen, die erst verschenkt und dann entsorgt werden. Eine junge Katze schaffte es vergangenes Jahr in Rekordzeit vom Gabentisch ins Tierheim: „Sie sprang einmal in den Weihnachtsbaum, und schon wollten ihre Besitzer sie nicht mehr haben und sie deshalb zu uns ins Tierheim abschieben.“

Viel zu oft werde bei verschenkten Tieren übersehen, wie viel Zeit, Arbeit und Geld ihre Haltung erforderlich mache, so die unisono in jedem Jahr wiederkehrende Warnung der Tierschutzvereins-Chefin. Werde das den neuen Besitzern bewusst, sei die anfängliche Freude über den neuen Hausgenossen schnell verflogen. Auch unerwartet hohe Kosten für Impfungen oder Routinekontrollen beim Tierarzt führten schnell zu Ernüchterung. Verschärfend komme die jahreszeitlich bedingte Urlaubssituation hinzu: Vielen Haustierbesitzern fällt nämlich erst wenige Tage vor dem Start ins winterliche Skivergnügen ganz urplötzlich die siedend heiße Frage ein: Wohin während des Urlaubs mit der Mieze oder dem Rauhaardackel? Und schon wieder sind es zahllose unglückliche Schicksale mehr, die deutsche Tierheime zu verbuchen haben.

Viele Tierheime haben daher in den Tagen direkt vor Weihnachten die Tiervermittlung gänzlich eingestellt. So auch im Tierheim am Hasengarten, wo derzeit Betriebsferien sind und erst ab dem 2. Januar wieder regulär geöffnet sein wird. Der Notdienst werde aber während der Betriebsferien und auch während der Feiertage aufrecht erhalten und sei wie gewohnt über den Anrufbeantworter des Tierheims zu erreichen, betonte Monika Hachmeister. Auch bundesweit tätige Tierschutzorganisationen warnen in diesen Tagen eindringlich vor dem Verschenken lebender Tiere. So rief die Tierrechtsorganisation Peta die Kampagne „Krallen Sie sich zu Weihnachten einen Pullover, keine Katze“ ins Leben und appellierte, statt eines lebendigen Geschenks lieber ein örtliches Tierheim zu besuchen und die dortigen Tiere mittels Spenden zu unterstützen.




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