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Politiker von SPD, CDU und WGN mahnen zur Vorsicht / Investor könnte die Lösung sein

Skepsis vor Thermen-Sondierung

Bad Nenndorf. Die Nachricht, dass das Land Niedersachsen die Therme gern der Stadt Bad Nenndorf zuschanzen möchte, hat in Politikerkreisen alles andere als Jubelstimmung ausgelöst. Die Sprecher der drei Ratsfraktionen sehen die Entwicklung skeptisch, wollen die Verhandlungen, an denen sie aller Voraussicht nach selbst teilnehmen, aber erst einmal abwarten, ehe sie sich pro oder kontra positionieren.

veröffentlicht am 05.04.2016 um 16:04 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:53 Uhr

05. April 2016 16:04 Uhr

Bad Nenndorf. Die Nachricht, dass das Land Niedersachsen die Therme gern der Stadt Bad Nenndorf zuschanzen möchte, hat in Politikerkreisen alles andere als Jubelstimmung ausgelöst. Die Sprecher der drei Ratsfraktionen sehen die Entwicklung skeptisch, wollen die Verhandlungen, an denen sie aller Voraussicht nach selbst teilnehmen, aber erst einmal abwarten, ehe sie sich pro oder kontra positionieren.

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„Glücklich sind wir nicht darüber“, sagt SPD-Sprecher Volker Busse ohne Umschweife. In den nun bevorstehenden Gesprächen gelte es, einen scharfen Blick auf die Zahlen des Betriebes Landgrafentherme zu werfen. Gegenüber der ersten Phase der Teilkommunalisierung besteht in Busses Augen ein Unterschied: Damals ging es um die Übernahme der für die Stadt wichtigen Liegenschaften, jetzt um das Führen eines Wirtschaftsbetriebes. „Es ist nicht die Aufgabe einer Stadt, Wellness-Angebote zu machen“, so Busse. Möglicherweise muss ein Dritter ins Boot geholt werden, der als Betreiber der Therme fungiert.

WGN-Sprecher Bernd Zimmermann sieht den Vorgang ebenso unverhohlen kritisch. Schon die erste Teilkommunalisierung habe die WGN abgelehnt. „Jetzt heißt es: rechnen, rechnen, rechnen“, so Zimmermann. Er hofft, dass es in den Verhandlungen mindestens gelingt, dem Land möglichst große Zugeständnisse abzuringen, wenn es denn zur Übernahme kommt. Dabei sieht Zimmermann die Erfahrung aus den Jahren 2004 und 2005 als Vorteil. „Diesmal gehen wir da vielleicht vorsichtiger ran“, meint er.

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Cornelia Jäger, Sprecherin der CDU-Fraktion, gehörte nach eigenen Worten auch zu den Kritikern der ersten Teilkommunalisierung. Ihr genügt der aktuelle Informationsstand noch nicht für eine Beurteilung. „Die CDU ist für alles offen, aber wir brauchen mehr Informationen“, betont sie. Auch Jäger hält es im Grundsatz aber für ratsam, die Variante eines Privatinvestors als Betreiber der Therme zu prüfen, ehe die Stadt das Bad übernimmt.

Alle drei Politiker sind sich einig: Es besteht kein Zeitdruck. Dass das Land die Therme binnen weniger Jahre schließt, wenn die Stadt sie nicht haben will, gilt als ausgeschlossen. Die Sondierungsgespräche werden aber ebenso als ein deutliches Signal gewertet, dass die Therme abgestoßen werden soll.gus