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Wie die „Nice Guys“ den alten Ostbahnhof rocken / Im zweiten Set sogar noch eine Schippe draufgelegt

So eine tolle Halloween-Party gab’s noch nie

Bückeburg. Was für ein Kracher! Es mag ja schon viele Halloween-Partys im „Minchen“ gegeben haben und auch so manchen Auftritt der Nice Guys an anderer Stelle, aber in diesem Jahr haben die heimischen Rock-Mannen anlässlich des Kürbiskopf-Festes den ehemaligen Ostbahnhof dermaßen gerockt, dass davon nicht nur die Ahnser Straße wackelte, sondern das Falkingsviertel, die Obertorstraße und die Kreuzbreite bis zum Relax gleich mitvibrierte. „Ihr seid so geil, ich liebe Euch alle“, konnte da mit Olaf Schulzik ein erschöpfter Nice-Guys-Sänger zum Schluss mit letzter Kraft von sich geben, nachdem er sich wie seine Mitstreiter auf und das begeisterte Publikum vor der Bühne völlig verausgabt hatte.

veröffentlicht am 29.10.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 15:21 Uhr

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Dabei hatten die Nice Guys doch nur das gemacht, was sie eigentlich immer zu Halloween im Minchen machen: Guten, ehrlichen, krachledernen Rock, nicht altmodisch, sondern zeitlos, eben ein richtiges Brett, knackig, kraftstrotzend und so energiegeladen wie der Frontmann der Band, der vom ersten Lied an wie ein Derwisch mit einer Überdosis Frizz Cola in der Blutbahn loslegte und sich auf der Bühne austobte, als gäbe es kein Morgen mehr. Vielleicht hatten die Nice Guys in ja in Gedanken den alten Maya-Kalender, der für den 21. Dezember dieses Jahres den Weltuntergang vorsieht, und wollten es daher noch einmal so richtig krachen lassen.

Den ersten Set absolvierten sie in der Kernbesetzung als (O-Ton Olaf Schulzik) „unsere eigene Vorgruppe“ mit Achim Serak an der Gitarre, Salvatore DiBella am Schlagzeug und Sven Horl am Bass. Und mit Rock-Krachern im Gepäck, die das Publikum im Nu von den Sitzen rissen, sei es „Highway to hell“ von AC/DC, „Message in a bottle“ von The Police oder Neil Youngs „Rocking in a free world“ – alles mittlerweile Evergreens zahlloser Nice-Guys-Auftritte. Natürlich durfte das hymnische eigene Stück „Coming home“ nicht fehlen. Und erst recht nicht das unglaublich kernige, vorwärts rockende „Strange Guy“, zu finden sowohl auf dem 2001 erschienenen Album „Coming home“ als auch 2011 auf dem jüngsten Output „Dein Lächeln“. Und am allerwenigsten die Kult-Hymne „Immer Rock’n’roll“ der Hamburger Rock-Kollegen Ohrenfeindt, die wie kaum ein anderes Stück dem Lebens- und Musikgefühl der Nice Guys Ausdruck zu geben vermag: „Zwei Finger in die Luft und die Faust geballt – es ist niemals zu laut, Du bist höchstens zu alt! Volle Kraft voraus, keine Zeit für halben Kram – Licht aus, Spot an, es ist Rock’n’Roll-Alarm!“

Aber die Nice Guys wären nicht die Nice Guys, wenn sie im zweiten Set nicht noch eine Schippe drauflegen können. Und das war eine Schippe von der Größe eines Raddampfers, die in Gestalt von Markus Himstedt (Trompete), Fabian Rischmüller (Posaune) und Alexander Behrens (Saxophon) die Bühne enterte, um als Horn Section den Nice Guys bei „Our House“ von Madness und „Hard to handle“ von den Black Crowes noch eine richtige Tube Bläser-Pep mitzugeben. Dazu gesellte sich noch Keyboarder Markus Jentsch, um in bester Blues-Brothers-Manier (musikalisch wie auch optisch) auf die Tasten einzudreschen. Am Siedepunkt war die Stimmung dann bei „Run to you“ von Bryan Adams, „Paradise City“ von Guns’n’Roses und bei „Sympathy for the devil“ von den Stones, was das Publikum so inbrünstig mitsang, dass selbst Sänger Olaf Schulzik nicht anders konnte, als zu applaudieren: „Hier im Minchen haben wir das einzige Publikum, das bei ‚Sympathy for the devil‘ an der richtigen Stelle Uuhuuu singt, ohne dass wir es ansagen müssen.“




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