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Neuer Anbieter verweist auf Probleme mit den Netzbetreibern – Stadtwerke kontern mit Problemen bei dem anderen

So ganz „einfach“ ist der Gas-Versorgerwechsel nicht

Bückeburg (rc). Ein Anbieterwechsel ist in der Regel mit Scherereien verbunden, nicht nur bei Internet, Telefon und Elektrizität, sondern auch beim Erdgas. Diese Erfahrung macht gerade der Bückeburger Karl-Heinz Suhl, der am 1. Oktober seinen Erdgasbezug von den Stadtwerken Schaumburg-Lippe hin zum günstigeren Anbieter „E wie Einfach“ verlegte.

veröffentlicht am 01.12.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 12:21 Uhr

Während der Wechsel noch relativ einfach war, tauchte in den vergangenen Tagen das erste Problem auf. Sein neuer Anbieter schrieb den Bückeburger an, dass er derzeit keine Rechnung für den Gasverbrauch in der abgelaufenen Berechnungsperiode stellen könne, da noch nicht alle Daten für eine ordnungsgemäße Rechnung vorliegen würden. Daher könnten auch keine Abschlagszahlungen für die laufende Heizperiode berechnet werden, sodass die Höhe der Abschlagszahlungen zunächst unverändert bleiben müsse, damit nicht unnötig hohe Nachzahlungen entstehen würden.

Übermittlung knirscht

In einem Begleitschreiben informierte der neue Anbieter global, dass die Verzögerung auf das Verhalten einzelner Netzbetreiber und Anbieter zurückzuführen sei, die die erforderlichen Werte in ihren Systemen bislang nicht ermitteln könnten – oder wollten. Daher seien Juristen, aber auch die zuständige Bundesnetzagentur, eingeschaltet worden, um die Werte von den Netzbetreibern einzufordern. Eine nicht eindeutige Rechtslage erschwere die Situation, so der neue Anbieter weiter. Es gebe unterschiedliche Auffassungen über die Verpflichtung zur Datenlieferung und deren Prozesse. Was wiederum dazu führe, dass das Unternehmen von zahlreichen Netzbetreibern gar keine Daten erhalte oder nur mit erheblicher Verzögerung. Und schließt: „Sie können sicher sein – Ihre Rechnung kommt. Bis dahin bitten wir Sie, Ihre fälligen Abschläge weiterzuzahlen.“

Was Karl-Heinz Suhl auch machen wird. Den es aber trotzdem gehörig ärgert, Spielball der Anbieter geworden zu sein. Das müsse geregelt werden, er als Verbraucher erwarte Klarheit und zügige Abwicklung. Und wettert: „Die geben die Daten einfach nicht raus.“

Was die derart Angegriffenen, die Stadtwerke Schaumburg-Lippe, auf Anfrage nicht auf sich sitzen lassen. Die Stadtwerke würden sich an die Vorgaben der Bundesnetzagentur und das Regelwerk KuL, den „Kunden und Lieferantenwechselprozess für den Strom- und Gasmarkt“, halten. Insgesamt 78 Seiten umfasst dieses Regelwerk. Eine Stadtwerke-Sprecherin: „Dieses Regelwerk wird selbstverständlich auch in unserem Haus angewandt und umgesetzt.“

Auch in diesem Einzelfall: Wie die Stadtwerke ausführten, sei die Übermittlung des Zählerstands zu Beginn des Wechsels von Herrn Suhl sowie der weitere Datentransfer ohne Probleme erfolgt. Auch die Abrechnung zum Jahresende 2009 als auch zum Jahresende 2010 seien erstellt. „Offensichtlich“ habe aber „E wie Einfach“ zwischenzeitlich Probleme gehabt, die Netzrechnungen der Stadtwerke zu lesen. Es habe auch keine Nachfragen zu fehlenden Daten gegeben. Als dann Herr Suhl seine Zählerstände zum 30. September 2010 an seinen neuen Anbieter übermittelt habe, habe dieser die Zahlen erst am 24. November weitergegeben – auf telefonische Nachfrage der Stadtwerke. Erst daraufhin hätten die weiteren notwendigen Daten an den neuen Anbieter zurückübermittelt werden können. Die Stadtwerke: „Ohne die Übermittlung der Zählerstände durch ‚E wie Einfach‘ konnten unsere Mitarbeiter jedoch bis zum 25. November keine Daten aus unserem Hause weiterleiten.“




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