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Lob für neue Harmonie zwischen Stadt und Feuerwehr / Aber große Sorgen um den Nachwuchs

„So wie jetzt kann es gerne weitergehen“

Bückeburg (jp). Nach den Turbulenzen des vergangenen Jahres ist man offenkundig auch bei der Ortsfeuerwehr Bückeburg-Stadt wieder um ein konstruktives Miteinander mit der Stadt Bückeburg bemüht. Eine Woche nach der Jahresversammlung der Ortsfeuerwehr Bergdorf wurde auch auf der Zusammenkunft der Bückeburger Brandschützer die neue Harmonie beschworen. Gerade in und um die Ortsfeuerwehr-Stadt waren 2010 die Wellen hochgeschlagen, nachdem es monatelang nicht gelungen war, die vakante Position des Ortsbrandmeisters neu zu besetzen (wir berichteten).

veröffentlicht am 17.01.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 04:41 Uhr

Ortsbrandmeister Torsten Buhrmester, seit Juni 2010 im Amt, eröffnete die Versammlung im „Alten Forsthaus“ mit einem dicken Dankeschön an seinen Stellvertreter Erwin Tatge. Der hatte als Wehrführer der Ortsfeuerwehr Bückeburg-Stadt die Zeit des Interregnums zwischen dem Ausscheiden von Ortsbrandmeister Nils-Oliver Koß und der Wahl von Buhrmester zu seinem Nachfolger überbrückt. Ausdrücklich lobte der Ortsbrandmeister die neue Harmonie zwischen den Brandschützern und der Stadtverwaltung: „So wie die Zusammenarbeit jetzt läuft, kann sie gerne weitergehen.“

Dem konnte sich auch Bürgermeister Reiner Brombach nur anschließen. Es sei Anfang letzten Jahres gelungen, die aufgeworfenen Kritikpunkte abzuarbeiten und wieder zu einem sehr guten Klima miteinander zu kommen. Zu beglückwünschen seien die Brandschützer für die Besetzung der lange offenen Führungsposten in der Stadtfeuerwehr und der Ortsfeuerwehr Bückeburg-Stadt mit ausgezeichneten Kräften.

Mit 62 Brandeinsätzen und 66 technischen Hilfeleistungen lag das abgelaufene Jahr 2010 rein statistisch etwa auf der gleichen Höhe wie die Jahre zuvor. Was die nackten Zahlen jedoch nicht wiedergeben ist, wie die Brandschützer bei manchen Einsätzen bis an die äußersten Grenzen ihrer Belastbarkeit gehen mussten. So wurde beispielsweise ein schwerer Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 65, bei dem sich die Bergung des toten Fahrers aus dem verunglückten Fahrzeug über Stunden erstreckte, für die Einsatzkräfte zur extremen Nervenprobe. Und das am 26. August über den Landkreis Schaumburg hereinbrechende Hochwasser hielt die Brandschützer weit über 40 Stunden ununterbrochen in Atem.

Besonders hoch schlugen 2010 auch wieder Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen in der Einsatzstatistik zu Buche. Spitzenreiter war dabei ein Seniorenheim in Bückeburg. Torsten Buhrmester: „Ich habe mir schon überlegt, ob ich mir da nicht irgendwann ein Zimmer nehmen sollte.“

Auch wenn die Führungskrise gelöst ist, macht man sich über das ehrenamtliche Engagement weiterhin Gedanken. Vor allem die immer höheren und komplexeren technischen Anforderungen seien zur Nagelprobe geworden. „Wir Feuerwehrleute müssen uns dieses Wissen nach Feierabend in unserer Freizeit aneignen“, erklärte der Ortsbrandmeister. „Inzwischen sind wir damit an einem Punkt angekommen, wo es für den Einzelnen schwer wird, Beruf, Familie und ehrenamtliches Engagement in der Feuerwehr noch unter einen Hut zu bekommen.“

Kreisabschnittsleiter Dirk Hahne gab einen pessimistischen Ausblick auf die Nachwuchsentwicklung in den kommenden Jahren. Aufgrund des demografischen Wandels würden den niedersächsischen Feuerwehren bis 2050 rund 20 000 Kräfte fehlen, zitierte er eine Untersuchung der Landesregierung. Noch dramatischer sei die Entwicklung der Jugendfeuerwehren, bei denen bis 2025 landesweit ein Rückgang auf 21 000 Mitglieder erwartet wird, bis 2050 sogar auf nur noch 11 000 Mitglieder. Hahne: „Wir können nur hoffen, dass es uns nicht so hart trifft wie vorhergesagt. Sonst geraten lieb gewordene Standards in Gefahr.“

Die Ortsfeuerwehr Bückeburg-Stadt hat bereits auf die dramatische Entwicklung reagiert und die Gründung einer eigenen Kinderfeuerwehr in die Wege geleitet. Offiziell wird der Feuerwehrnachwuchs, der den Namen „Die Feuerfüchse“ tragen wird, am 14. Mai im Rahmen eines Tages der offenen Tür aus der Taufe gehoben.

Weiterer Bericht folgt in unserem Vereinsmagazin.




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