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Junge Unteroffizierin anschließend gefesselt und in einen Spind gesperrt

Soldatin in der Jägerkaserne vergewaltigt – Täter flüchtet

Bückeburg. In der Jägerkaserne ist am Sonntagabend eine junge Soldatin vergewaltig worden. Entsprechende Informationen dieser Zeitung bestätigte die ermittlungsführende Staatsanwaltschaft Bückeburg auf Anfrage. Pressesprecher Klaus-Jochen Schmidt hielt sich ansonsten aus ermittlungstaktischen Gründen mit weiteren Auskünften sehr zurück: „Morgen kann ich hoffentlich schon weitergehende Angaben machen“, sagte er gestern.

veröffentlicht am 16.08.2012 um 14:03 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 21:41 Uhr

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Die Vergewaltigung passierte am Sonntagabend in der Zeit zwischen 18.30 bis 19.30 Uhr, so die Angaben von Staatsanwalt Schmidt, der keinerlei weitere Angaben zum Tathergang und -ablauf machen wollte. Nach Informationen dieser Zeitung ereignete sich die Vergewaltigung im Block A der Kaserne, wo die IV. Inspektion einquartiert ist, die Offiziers- und Unteroffiziersanwärter ausbildet. Bei dem Opfer soll es sich um eine Unteroffizierin handeln. Nach dem Vorfall soll die Soldatin geknebelt und gefesselt in einen Spind eingeschlossen worden sein. Informationen, zu denen sich die Staatsanwaltschaft ebenfalls ausschwieg. Auch dazu, wie das Opfer entdeckt und befreit wurde, gibt es keinerlei Angaben. Angeblich soll ihr der Täter aber ein Handy mit in den Spind gelegt haben, damit die Soldatin einen Hilferuf absetzen konnte. Ob ihr das angesichts der Fesselung gelang, ist unklar.

Sofort nach der Entdeckung wurde die Kaserne abgesperrt, die Zufahrt und Abfahrt zum und vom Gelände mitten in der Innenstadt war nicht möglich. Die am Sonntagabend in die Jägerkaserne zurückkehrenden Soldaten stauten sich vor dem Tor.

Derweil versuchten Polizeibeamte, die Kaserne liegt direkt gegenüber dem Polizeikommissariat, den in der Kaserne befindlichen Personenkreis zu ermitteln. Inwieweit die elektronische Zufahrtskontrolle beziehungsweise die am Tor montierten Kameras für die Ein- und Ausfahrt ausgewertet wurden und noch werden und wieweit der mögliche Täterkreis eingegrenzt werden konnte, dazu wollte Schmidt keine Angaben machen. Nur soweit: „Es ist auch nicht auszuschließen, dass jemand unbefugt das Kasernengelände betreten konnte.“ In der Kaserne sind, je nach Stärke der Lehrgänge, bis zu 300 Soldaten stationiert, etwa 80 gehören zur Stammmannschaft.

Der Presseoffizier der Heeresfliegerwaffenschule, Oberstleutnant Michael Baumgärtner, sagte auf Anfrage dieser Zeitung, dass die Soldatin psychologisch betreut wird. Weitere Angaben machte er mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen ebenfalls nicht. Die direkten Ermittlungen führt das Fachkommissariat I der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg. Auch die zuständigen Stellen der Bundeswehr wie das Verteidigungsministerium sowie das Heeresamt Köln als vorgesetzte Dienststelle der Waffenschule sind bei diesem bisher einmaligen Fall bei der Bundeswehr eingeschaltet.




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