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Kantor Siebelt Meier in der Stadtkirche

Sommerlich-beschwingte Orgelmusik zur Einkehr

Bückeburg. Vergleichbar der Orchestrierung symphonischer Stücke ist die Registrierung von Orgelwerken eine Kunst, die ein beträchtliches Maß an musikalischer Vorstellungskraft voraussetzt. Und genau diese besitzt Kantor Siebelt Meier, das hat er beim sommerlich-heiteren Konzert zur Einkehr in der gut besetzten Stadtkirche gezeigt.

veröffentlicht am 08.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

Autor:

Dietlind Beinßen

Mit schwungvollem Zugriff ging der Solist zu Beginn spielfreudig das leichtfüßige "Scherzo" des 1950 geborenen Nigel Ogden an, um sich dann mit ausgefeilter Artikulation dem hellen, schnellen Stimmgeflecht von Louis Claude Daquins (1694 - 1772) "Le Coucou" zuzuwenden. Fein herausgearbeitet wurde anschließend der zur Stimmung passende Ausdrucksgehalt von Gottfried Fischers Thema und fünf Variationen zur musikalischen Scherzfrage: "Was wäre, wenn Mozart "Geh aus mein Herz" komponiert hätte?" Mit ihrer Sanglichkeit und rhythmischen Finesse bot die Umsetzung reichlich Gelegenheit für Assoziationen und Neuentdeckungen. Passend dazu machte Pastor Ingo Röder die Anwesenden mit dem eigentlichen Schöpfer der wechselnden Hörbilder des bekannten Chorals, Paul Gerhardt, und dessen unbeschwerten, sich im fröhlichen Klang ausdrückenden Erwartungen vom Diesseits und Jenseits vertraut. Mit Fingerspitzengefühl und Sachverstand nutzte Siebelt Meier darüber hinaus die Möglichkeiten des Instrumentes in Mozarts lichtem "Andante cantabile" und übermittelte Johann Sebastian Bachs eingängiger Melodie von "Jesu bleibet meine Freude" den nötigen Geist der Frische. Zum Schluss entlockte der Organist der raffinierten "Sortie" aus der Feder des Theodore Dubois (1837 - 1924) dank schöner Ausformulierung ihren ganz besonderen Reiz.

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