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Grundschüler sollen wieder gratis mit Bus nach Kleinenbremen

Sorge um die Sicherheit der Kleinen

Kleinenbremen/Wülpke. Für Grundschüler aus Wülpke ist der Schulweg nach Kleinenbremen so gefährlich, dass ihnen eine kostenlose Busfahrkarte zusteht. Zu diesem Schluss kommt der Bezirksausschuss. In seiner jüngsten Sitzung hat das Ortsgremium deshalb dafür plädiert, den Jungen und Mädchen die so genannte Schulwegkarte zu bewilligen. „Wir unterstützen das vollends“, sagt Vorsitzender Jörg Achilles. Nun ist der städtische Fachausschuss am Zug.

veröffentlicht am 19.02.2016 um 11:49 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 05:22 Uhr

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Neu wäre eine solche Regelung nicht. Früher gab es die Karte bereits für Wülpker Kinder, die Stadt übernahm die Fahrtkosten. Dann jedoch wurde Ende 2009 die ausgebaute Verbindungsstraße Im Gallen eingeweiht. Im Jahr 2011 stellte die Kreispolizeibehörde sinngemäß fest, dass die Rintelner Straße dank der neuen Verkehrsinsel an der Gallen-Kreuzung (Wülpker Straße) nun relativ gefahrlos überquert werden könne. Aus heutiger Sicht empfinden die Mitglieder des Bezirksausschusses diese Einschätzung als „unbefriedigend“. Sie sehen weiterhin „ein starkes Gefahrenpotenzial“.

Dass es eine Querungshilfe gibt, heißt noch lange nicht, dass sie auch von allen Schülern genutzt wird. Vor allem aber gilt die Verkehrslage im Bereich dieser eher kleinen Verkehrsinsel (ohne Zebrastreifen) als so unübersichtlich, dass selbst Erwachsene Probleme haben können, an der Kreuzung den Überblick zu behalten– von Kindern ganz zu schweigen. Gefahrlos sieht nach Überzeugung von Eltern und Politikern anders aus.

Es geht aber nicht nur um die Verkehrsinsel. „Die Rintelner Straße selbst ist gefährlich“, erklärt Jörg Achilles, der Vorsitzende des Bezirksausschusses. Erlaubt ist dort Tempo 70. Seit Jahren fordern Ortskundige eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 Stundenkilometer, zuletzt unter anderem Achilles‘ Stellvertreter Florian Staab und Ortsheimatpfleger Wilhelm Kruse. Überdies fahren viele Verkehrsteilnehmer auf der gut ausgebauten Straße zu schnell.

Nicht zu unterschätzen sind auch Gefahren durch den zunehmenden Schwerlastverkehr. „Von großen Lastwagen kann ein Sog ausgehen, der zum Beispiel I-Männchen, die zu Fuß unterwegs sind, auf die Fahrbahn zieht“, warnt Jörg Achilles. Durch die Verbreiterung der Straße Im Gallen sollte seinerzeit auch die Anbindung an das überörtliche Netz verbessert werden. Davon profitieren beispielsweise Brummifahrer, die aus dem Nammer Gewerbegebiet kommen und über die Rampe am Bückeburger Hasengarten schneller zur Autobahn gelangen.

Kinder aus der Wülpker-Siedlung, die zu Fuß oder mit Rad zur Kleinenbremer Grundschule wollen, müssen zwangsläufig über die Rintelner Staße, weil der Rad-/Gehweg auf der anderen Seite verläuft. „Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung muss Porta Westfalica attraktiv für junge Familien sein. Dazu gehört auch ein sicherer Schulweg“, gibt Achilles zu bedenken.

Auf die kostenlose Schulwegkarte haben alle Portaner Schüler Anspruch, deren Schulweg eine bestimmte Länge überschreitet. Geregelt ist dies in der Schülerfahrtkostenverordnung. Grundschülern steht die Vergünstigung demnach zu, wenn sie mehr als zwei Kilometer vom Schultor entfernt wohnen – was in Wülpke nur für einen Teil der Häuser gilt. Eine Ausnahme macht die Verwaltung, wenn der Schulweg als „besonders gefährlich“ eingestuft wird. Zu dieser Einschätzung konnte sich die Schulwegkommission bis zuletzt nicht durchringen. Für den Bezirksausschuss ist es dagegen überhaupt keine Frage.




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